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Illustrirte Weltgeschichte in Charakterbildern in verbindung mit einem Abriss der Geschichte : für Schule und Haus / bearb. von Franz Xav. Wetzel
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trauen und verehrte ihn wie einen Halbgott.Ihr Bild/'schrieb er Voltaire,schmückt meine Bibliothek; es hängtüber dem Schranke, der unser goldenes Vließ bewahrt, un-mittelbar über Ihren Werken und dem Orte gegenüber, woich gewöhnlich sitze, daß ich Sie immer vor Augen habe.Fast möchte ich sagen, Ihr Bild sei wie die Memnonssäule,die, wenn die Sonnenstrahlen sie berührten, erklang, undwer sie anschaute, dessen Geist ward belebt." Wenn Fried-rich auch aus Staatsklugheit den Katholiken freie Aus-übung ihrer Religion gestattete, so wirkte dennoch das Bei-spiel des Königs sehr verderblich auf seine Unterthanen.Der Unglaube fand immer mehr Anhänger und brachsich immer weitere Bahnen in die Schichten des Volkes.Erst am Ende seines Lebens gingen Friedrich die Augenauf ob deu unseligen Folgen des Unglaubens.Schaffeer mir wieder Religion ins Land," sprach er einst zueinem Minister. Und als man ihm einen Erlaß zur Be-schränkung der stets sich mehrenden Ehescheidungen vor-legte, sagte er:Gerne gäbe ich einen Finger meiner Hand,wenn ich die Sitten wieder so rein machen könnte, wiesie unter meinem Vater gewesen sind."

Friedrich II. regierte 46 Jahre; er starb den 17. August1786. Als er die Regierung antrat, da zählte das Land2,240,000 Einwohner, bei seinem Tode waren 6 Millionen.Das Heer seines Vaters hatte etwa 76,000 Mann be-tragen, das von ihm hinterlassene belief sich auf 200,000Soldaten. Friedrich Wilhelm Hatte 7 Millionen Thalerau jährlichen Staatseinkünfte» eingenommen, Friedrichbezog 72 Millionen. Er fand einen königlichen Schatzvon 8,700,000 Thalern, und vererbte seinem Nachfolger72 Millionen. So machte Friedrich der Große ausPreußen eine europäische Großmacht.