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Illustrirte Weltgeschichte in Charakterbildern in verbindung mit einem Abriss der Geschichte : für Schule und Haus / bearb. von Franz Xav. Wetzel
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fünf Mitgliedern als vollziehende Gewalt standen. Nacbbeut Volksaufstande gegen die helvetische Regierung niachteNapoleon, der sich zum Vermittler der Schweiz auswarf,aus der helvetischen Republik im Jahre 1803 wiedereine Eidgenossenschaft von ueuuzehu Kanto-nen. Waüis und Genf wurden mit Frankreich vereini-get, und Neuenburg dem Grafen Berthier geschenkt.Durch diese neue Verfassung, welche mau Vermitt-lungs-oder Mediatiousakte nannte, wurden die ver-schiedensten Volksstämme und Landestheile zusammenge-würfelt, und was durch Geschichte, Gewohnheiten und re-ligiöses Bekenntniß nichts miteinander gemein hatte, mußteunhistorisch und unnatürlich bei der Bildung der neuenKantonsgebiete vereiniget werden. So entstanden jene ge-mischten Kantone, wo die fortwährende Reibung zwischenden verschiedenen Bekenntnissen und Volkselementen hübenund drüben manche Härte erzeugte. Auf dem WienerCongreß (1815) erhielt die Schweiz wiederum ihre alteUnabhängigkeit gegenüber Frankreich und einen Zuwachsvon Wallis, Neuenburg und Genf.

Es folgten nun fünfzehn segensreiche Friedensjahre,die einzig durch die große Hungersnoth vom Jahre 1817getrübt wurden. Künste, Wissenschaften, Landbau undHandel blühten auf erfreuliche Weise. In kirchlicher Be-ziehung wurde das große, alte Bisthum Constanz,dem der größte Theil der deutsche» katholischen Schweizangehörte, aufgelöset und schweizerischer Seits durch dasneu errichtete Bisthum Basel ersetzt (1828). Die Ur-kantoue wurden durch den edlen Geueralvikar Göldlin,Probst zu Münster, verwaltet und nach seinem Todeprovisorisch dem Bisthum Chur unterstellt. An Luzernsalter und berühmter Lehranstalt lehrten ausgezeichneteMänner, wie Probst Widmer, Geiger, Gügler,?. Girard, Troxler und andere. Kaum war PapstPins VII. nach Napoleon's Sturz aus der französischen