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Bemühungen Evelinens zu sehen, Maria englisch sprechen zulehren. Hinwiederum ergötzten sich deren Eltern an der naivenHerzlichkeit, mit der Maria ihre Dankbarkeit ausdrückte. Nacheinem langem Aufenthalte auf dem Kigi kehrte die so ver-mehrte englische Eamilie nach dem Vaterlande zurück. Siehatte nie zu bereuen, an Maria ein Gotteswerk getan zu haben.
2. Kühnheit.
Entwurf.
Valentin Pellazini, ein Knabe von 11 Jahren, hütet aufden Alpen von Val Daone die Schafe. Er sieht einen grossenVogel an einer senkrechten Felswand herumflattern und ineiner Höhlung des Gesteins verschwinden. Aus Birkenreisernmacht er eine Kette, die er an einem Aste befestigt und steigt18 m abwärts. Unter ihm ist ein 360 m tiefer Abgrund. Erfindet einen jungen Königsadler und daneben zwei tote Hähne,zwei Füchse, vier Haselhühner und einen Auerhahn. Dreimalmuss er den Weg machen, um alles das hinauszuschaffen.
Ausführung.
Am südlichen Abhänge der Alpen liegt das Val Daone.Dasselbe ist von einem Hirtenvölkchen bewohnt, welches vonJugend auf an die grossartigsten Naturszenen gewohnt, vorkeiner Gefahr zurückbebt. Der Widerhall der krachendenSchneelauinen im Frühling, das Brüllen des Donners im Som-mer gewöhnen das Ohr an die stärksten Eindrücke; derSommeraufenthalt aber auf luftiger Alpenhöhe ist fürwahr auchnicht geeignet, die Älpler in irgend einer andern Beziehungzu verwöhnen. Der Knabe hat seine Kinderschuhe kaum aus-gezogen , so wird ihm im Sommer die Aufgabe, die Schafeund Ziegen an Abhängen zu weiden, wo die grossem Haus-tiere entweder nicht genügende Nahrung finden, oder wohinsie nicht mehr zu gehen wagen. Einer der kühnsten dieserHirtenbuben war der elfjährige Valentin Pellazini. Er war derSohn armer Eltern und stand schon seit mehreren Jahren indem Dienste eines vornehmen Älplers. Früh und spät hörteman von den höchsten Flühen seine Jodler; ihn focht hieroben nichts an. Selbst wenn sich eines seiner Schafe verstiegenhatte und angstvoll blockte, erschrak er nicht: sein sicherer