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Deutsches Sprachbuch für die zweite Klasse der Sekundar- und Bezirksschulen auf Grundlage des zürcherischen Lehrplans und mit Berücksichtigung der obligatorischen Orthographie / bearb. von U. Wiesendanger
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verursache. Aber er hörte nichts, und dieser Umstand unddas Siegel führten ihn auf den Gedanken, es müsse etwasKostbares darin sein. Um darüber ins klare zu kommen, nahmer sein Messer und öffnete damit das Gefäss nach einiger An-strengung. Er kehrte es sogleich um; aber zu seinem Erstaunenfiel nichts heraus. Darauf stellte er es vor sich hin. Währender es aufmerksam betrachtete, stieg ein sehr dichter Rauchdaraus empor, der ihn nötigte, zwei bis drei Schritte zurück-zuweichen. Dieser stieg bis zu den Wolken, und indem ersich über Land und Meer ausbreitete, bildete er eine ArtNebel. Wie man sich leicht denken kann, war der Fischerdarüber erstaunt. Als aller Rauch dem Gefässe entstiegenwar, sammelte er sich wieder und gestaltete sich zu einemfesten Körper, woraus sich ein Gespenst bildete, das so grosswar wie der mächtigste Riese. Beim Anblick eines solchenUngeheuers wollte der Fischer die Flucht ergreifen; aber erwar so verwirrt und erschrocken, dass er nicht mehr gehenkonnte.

Salomon! schrie das Gespenst,Salomon! du grosserProphet Gottes, Verzeihung! Verzeihung! Nie werde ich michdeinem Willen widersetzen; ich werde allen deinen Gebotengehorchen.

Kaum hatte der Fischer diese Worte vernommen, so be-ruhigte er sich und sagte:Stolzer Geist! was sagst du? Essind mehr als 18 Jahrhunderte verflossen, seit Salomon, derProphet Gottes, gestorben ist, und wir leben jetzt in den letztenZeiten. Erzähle mir deine Geschichte und warum du in diesesGefäss eingeschlossen wärest.

Bei diesen Worten sah das Gespenst den Fischer stolzan und sagte:Sprich höflicher mit mir! du bist sehr ver-wegen, mich einen Stölzling zu nennen. Ich befehle dir, mitmir höflicher zu reden, bevor ich dich töte. Und warumwolltest du mich töten? erwiderte der Fischer; ich habe dichsoeben in Freiheit gesetzt; hast du es schon vergessen?Nein, ich weiss es, versetzte das Gespenst;aber das sollmich nicht hindern, dich zu töten und ich kann dir nur dieGnade gewähren, dir die Wahl zu lassen, auf welche Weiseich dich umbringen soll.Aber wodurch habe ich dichdenn beleidigt? fragte der Fischer,willst du mich so für