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Deutsches Sprachbuch für die zweite Klasse der Sekundar- und Bezirksschulen auf Grundlage des zürcherischen Lehrplans und mit Berücksichtigung der obligatorischen Orthographie / bearb. von U. Wiesendanger
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lasse. Da du mich nun heute befreit hast, so wähle, wie ichdich töten soll!“

Not lehrt beten. Der Fischer sann auf eine List. „Weilich dem Tode nicht ausweichen kann“, sagte er zum Gespenste,„füge ich mich in den Willen Gottes. Aber bevor ich eineTodesart wähle, beschwöre ich dich heim grossen Gotte, dessenNamen auf diesem Deckel gravirt ist, mir eine Frage derWahrheit gemäss zu beantworten.“ Als das Gespenst dieseAufforderung hörte, die es zwang, bestimmt zu antworten,zitterte es und sagte zum Fischer: „Frage, was du willst;aber beeile dich!“ — „Ich möchte wissen, oh du wirklich indiesem Gefässe wärest? Wagst du, dies heim Namen desgrossen Gottes zu beschwören?“ —- „Ja, ich schwöre es heiseinem grossen Namen; es ist nur zu wahr.“ — „Bei meinerTreu!“ erwiderte der Fischer, „ich kann es nicht glauben.Dieses Gefäss vermöchte ja kaum einen deiner Füsse zu fassen;wie ist es möglich, dass dein ganzer Körper darin gewesensei? Ich kann das nicht glauben, es sei denn, dass ich es sehe.“

Da löste sich der Körper des Gespenstes wieder in Rauchauf, verbreitete sich wie vorher über Land und Meer; dann,sich wieder verdichtend, fing er an, sich in das Gefäss zuziehen, und das ging so langsam und gleichmässig fort, bisnichts mehr draussen war. Alsbald ertönte inwendig eine Stimme,die dem Fischer zurief: „Nun denn, ungläubiger Fischer! jetztbin ich ja wieder im Gefäss; glaubst du mir jetzt?“

Der Fischer, anstatt dem Gespenst zu antworten, nahmden bleiernen Deckel, schloss das Gefäss schnell und rief:„Du böser Geist! jetzt ist das Bitten an dir; wähle du jetzt,welchen Tod ich dir antun soll. Doch nein, es ist besser, ichwerfe dich wieder ins Meer, an dem nämlichen Orte, wo ichdich herausgezogen habe. Dann werde ich ein Haus an dieserKüste hauen, um jeden Fischer benachrichtigen zu können,dass er sich hüte, einen solchen bösen Geist in Freiheit zu

Setzen.“ (Aus „Tausend und eine Nacht.“)

Aufgabe:

Erklärung des Wesens und der Bedeutung der Märchen und Legenden!(s. I. Teil: das Brot des heiligen Jodokus, das Amen der Steine u. s. f.)