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Bilder aus der Weltgeschichte : ein Lehr- und Lesebuch für Gymnasien, Lehrerseminarien und andere höhere Schulen, sowie zum Selbstunterrichte / von Wilhelm Oechsli. 3. Teil (zweite Hälfte) / Neueste Geschichte bis zur Gegenwart
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wurde der ganzen deutschen Freihcits- und Einheitsbewegung ver-hängnisvoll. Die Nationalversammlung in Frankfurt hatte inredseligen Debatten über die »Grundrechte" des deutschen Volkes kost-bare Zeit verloren, und bald sollte sie in einem wichtigen Punkt er-fahren, daß sie und ihr Werk ganz vom guten Willen der wieder er-starkten Fürsten abhing, insbesondere von dem mächtigsten derselben,dem König von Preußen. Die beiden Herzogtümer Schleswig-Hol-stein standen mit Dänemark, dem sie 1815 als Entschädigung fürdas verlorene Norwegen zuerkannt worden waren, in Personalunion;dabei war aber Holstein zugleich in den Deutschen Bund aufgenommenworden, während Schleswig zwar außerhalb desselben blieb, sich aberdurch alte Verträge und Geschichte an Holstein unzertrennlich gebun-den fühlte. Die Dünen bestrebten sich, die beiden Provinzen möglichstenge an sich zu ketten; aber die überwiegend deutsche Bevölkerung fühltesich nicht sowohl zu dem stammfremdeu Norden, als nach Deutschlandhingezogen. Als daher im Frühjahr 1848 die Dänen durch eine neueVerfassung die beiden Herzogtümer sich völlig einzuverleiben suchten,antworteten die Schleswig-Holsteiner mit offenem Abfall. Ganz Deutsch-land jubelte ihnen zu, und König Friedrich Wilhelm IV. von Preußensandte ihnen im Namen des Deutschen Bundes ein Heer zu Hilfe, dasdie Dänen auf ihre Inseln trieb. Aber bald bereute der König den»Kuechtesdienst", den er damit der Revolution geleistet hatte, zumaldie fremden Mächte für Dänemark Partei ergriffen. Er schloß mitdiesem einen unrühmlichen Waffenstillstand zu Malmö, worin er dieSchleswig-Holsteiner preisgab. Das Frankfurter Parlament verwarfanfänglich diesen Waffenstillstand als eine Schädigung der Ehre Deutsch-lands, nahm aber nach vierzehn Tagen im Gefühl seiner Ohnmachtdiesen Beschluß wieder zurück. Die deutschen Republikaner wolltendie Erbitterung, die sich deshalb weiter Kreise bemächtigte, für ihreZwecke benutzen und erregten am 17. September in Frankfurt einenAufstand, in welchem der Pöbel zwei Abgeordnete, v. Auerswaldund Fürst Lichnowski, in barbarischer Weise hinschlachtete, der aberohne große Mühe unterdrückt wurde. Ebenso erfolglos blieb eine neuerepublikanische Schilderhebung im Großherzogtum Baden. — Die