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Nationalversammlung erkannte, daß sie die Beratung der Verfassungrasch zu Ende führen müsse. Die Mehrheit hielt daran fest, daß dieEinigung Deutschlands nur in der Form eines Bundesstaates miteinem Kaiser an der Spitze zu erreichen sei. Aber die Frage, wemdie Würde des Reichsoberhauptes zukommen sollte, erregte heftigeKämpfe. Die einsichtigsten Mitglieder, wie Dahlmann, von Ga-gern u. a., hatten längst erkannt, daß das neue Kaisertum nur dannkein Schattenkaisertum sein werde, wenn der Herrscher einer der beidendeutschen Großmächte sein Träger sei, daß aber nie der König vonPreußen sich dem Kaiser von Oesterreich wirklich unterordnen werdeoder umgekehrt. Daher entschieden sie sich für ein engeres Deutsch-land unter Preußens Führung und mit Ausschluß des größten-teils nichtdeutschen Oesterreich, das dann zu dem neuen DeutschenReiche in das Verhältnis eines bloßen Verbündeten treten sollte. Dasganze Parlament schied sich über dieser Frage in .Großdeutsche", dieein Deutschland mit, und in .Kleindeutsche", die ein solches ohneOesterreich wollten. Schließlich erlangten die Kleindeutschen den Sieg,und König Friedrich Wilhelm IV. wurde Ende 1848 zum erb-lichen Kaiser gewählt. Damit war die Reichsverfassung vollendet.Die meisten deutschen Fürsten, der Grotzherzog von Baden an derSpitze, erklärten ihre Zustimmung; nur Oesterreich, Bayern, Hannoverund Sachsen protestierten. Allein Friedrich Wilhelm IV. selber ver-schmähte in seinem Hasse gegen die Revolution die ihm von der Frank-furter Versammlung dargebotene Kaiserkrone als einen.Reif, ausDreck und Letten gebacken" und weigerte sich, für Preußen die neueReichsverfassung anzuerkennen. Damit war dieser der Todesstoßversetzt. Hoffnungslos ging der größte Teil der Frankfurter National-versammlung auseinander, der Rest siedelte nach Stuttgart über,wo ihn die württembergische Regierung durch Soldaten auseinandertreiben ließ (18. Juni 1849). Aufstände, die sich zu gewaltsamerDurchführung der Reichsverfassung oder zur Aufrichtung einer Republikin Sachsen, in der Rheinpfalz und in Baden erhoben, wurdenin blutigen Kämpfen durch preußische Bajonette erstickt und mit zahl-reichen Erschießungen und Einkerkerungen bestraft (Mai bis Juli
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Oechsli, Bilder III. n.