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Grundriss der Welt- und Schweizergeschichte für Sekundar-, Bezirks- und Realschulen, sowie die untern Klassen des Gymnasiums / von J. Helg
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von dir nicht eher, als bis ich erfahre, du habest deine Lebenszeit schönvollendet. Denn. wenn der Mensch auch siebenzig Jahre erreicht, so istdoch von den 25,550 Tagen, die er verlebt hat, keiner wie der andere.

Der Mensch ist eitel Zufall, niemand ist vor seinem Tode glücklichzu preisen. Bei jedem Dinge muß man das Ende betrachten; dennvielen hat die Gottheit das Glück nur gezeigt und sie dann von Grundaus gestürzt." Dem Krösus mißfiel die Rede. Er entließ Solon als einenThoren. Und doch wie wahr und wie weise hatte dieser gesprochen!

Cyrus und Krösus. Krösus verwickelte sich mii Cyrus in Krieg.Cyrus siegte, und schon hatte Krösus in seiner Hauptstadt Sardes denScheiterhaufen bestiegen, um den Feuertod zu erleiden, da erinnerte ersich an die Worte des Weisen aus Griechenland und rief dreimal ausRauch und Flammen heraus:O Solon! Solon!" Cyrus ließ dieFlammen löschen und fragte neugierig nach der Ursache dieses Benehmens.Krösus erzählte, was ihm Solon gesagt habe. Die Erzählung machte ausCyrus einen so gewaltigen Eindruck, daß er den Krösus begnadigte.

Nach der Eroberung Babylons entließ Cyrus die Judenaus der Gefangenschaft. Es war im Jahre 538 v. Chr. Auchden Wiederaufbau des Tempels zu Jerusalem gestattete erden Jsraeliten.

Cyrus starb im Jahre 529, siebenzig Jahre alt. DiesesPerser nannten ihn ihren Vater. Die Bibel-nennt ihn denHirten",den Gesalbten des Herrn". Sicher war er eingroßer Heerführer, aber auch ein großer Herrscher, mild undgerecht. Noch steht sein Grabmal, nicht weit von Persepolisentfernt. Einst trug es die Inschrift:O ihr Sterblichen!

Ich bin Cyrus, der Sohn des Kambyses, der Gründer derpersischen Monarchie und Beherrscher Asiens: beneidet michdeshalb nicht um dieses Denkmal!"

Auf Cyrus folgte sein Sohn Kambyses auf dem Thronevon Persien. Doch besaß dieser nicht die großen Eigenschaftenseines Vaters. Schmeichelei trübte sein Urteil. Auch war erdem Trunke ergeben und verübte im Rausche viele Grau-samkeiten.

Darms (521 485) gilt als der zweite Begründer des 485Reiches. Dieser suchte seine Herrschaft bis nach Europa aus-zudehnen. Er unternahm deshalb einen Zug gegen dieScythen in Rußland. Ebenso bekriegte er die Griechen.

Doch brachen diese in langen und schweren Kämpfendie Macht der Perser.

Verwaltung des Reiches. Merkwürdig ist die Organi-sation, welche Darms dem Reiche gab. Er teilte das Land

Welt- II. Schweizergesch. 2