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risse der herrlichsten Landschaft in größter Schärfe und alle Farben imschönsten Glänze wieder. Das purpurfarbene Meer ist überall nahe. Indiesen, Lande, das eine Perle der Schöpfung zu nennen ist, entfaltete dergriechische Genius zuerst seine Schwingen; hier dichtete Homer seine un-sterblichen Lieder; hier forschten die ersten Denker nach den Weltgesetzen;hier erfand Herodot die Knust, „Geschichte zu schreiben."
Erster Zug (493). Den ersten Zug leitete der per-4!>3sische Statthalter Mardonius. Allein seine stolze Flottescheiterte am Vorgebirge Athos, auf der Halbinsel Chalcis.
Er mußte umkehren, ohne Griechenland nur gesehen zu haben.
Zweiter Zug (490). Da schickte Darms unter Datis Eund Artaphernes ein zweites Heer ab von über 100,000Mann. Dieses landete glücklich an der Ebene von Marathon,östlich von Athen. Das griechische Heer war kaum 10,000Manu stark. Doch Miltiades, sein Oberseldherr, führtees dennoch zum Siege.
Dritter Zug (480). Darms rüstete zum dritten Male. 480Da raffte ihn der Tod hinweg. Mit der Regierung aberhatte- Terxes auch des Darms Haß und Racheplan gegen dieGriechen geepbt. 56 Staaten lieferten zu einem neuen Heereihre Truppen. Nahezu 2,000,000 Mann stunden beisammen.Xerxes selbst stellte sich an die Spitze der Riesenmacht. Erüberbrückte den Hellespont und hielt in Thrazien Heerschau;dann wälzten sich die Scharen gegen Süden.
Das Heer des -kerxes. Drei Jahre hindurch wurde im ganzenReiche gerüstet. Endlich begann der Zug. Ein heftiger Sturm hattedie Brücken über den Hellespont zerrissen. Lerxes ließ die Baumeisterdafür enthaupten und das Meer peitschen. Mit stärkeren Tauen wurdenzwei neue Brücken aufgeführt. Sieben Tage und sieben Nächte dauerteder Marsch über dieselben. Da wollte der König Heer und Flotte mustern.Man ließ eine Division von l0,0»0 Mann so eng als möglich zusammen-treten, zog dann eine Schranke um sie und ließ nach und nach das ganzeHeer in diesen abgegrenzten Raum treten. Einhnndertsiebenzigmal fülltennnd leerten sich die Schranken. Das Landheer betrug also 1,700,000 Be-waffnete. Die Flotte zählte 250,000 Mann. Es ist das größte nndbunteste Heer, von dem die Weltgeschichte weiß. Die Kriegsmannschaftvon 56 verschiedenen Nationen war in demselben: Phöniker nnd Juden,Araber ans Kamelen, Inder anf Streitwagen in weißen, baumwollenenGewändern, Armenier, Asshrier, Babylonier, Schwarze aus Indien, wieans dem südlichen Äghpten, die Söhne des mittleren Afrika in Panther-nnd Löwenfellen, wie die Böller ans Kleinasien nnd von, kaspischen Meere.
Es war ein gewaltiges Völkergewühl. „Die Stärke Asiens," sagt ei»griechischer Geschichtsschreiber, „die Blüte seiner Männer zog heran wie einBienenschwarm zu Fuß und zu Roß. Keiner wagte es, dem gewaltigen