Anführer. Der wichtigste aber unter ihnen war wiederum der Gan derTignriner.
Über wichtigere und allgemeine Angelegenheiten jedoch,wie z. B. über Krieg und Frieden, entschied da« gesamte Volk in einerbesondern Versammlung am Hanptorte von ganz Helvetien.
Als Götter verehrten die Helvetier die Sonne, den Mond, dasFeuer und die Erde. Doch hielten sie ihren Gottesdienst nicht, wie dieGriechen und Römer, in Tempeln, sondern in Eichenwäldern. DiePriester hießen Druiden und waren, wie bei den Ägyptern, auch zu-gleich die Lehrer, Ärzte und Hirten des Volkes.
Auch an die Fortdauer des Lebens im Jenseits glaubten un-sere Ahnen gleich jenen, indem sie sich dasselbe einfach als Fortsetzung derirdischen Wanderschaft vorstellten. Darum balsamierten sie zwar ihre Totennicht ein, gaben ihnen aber dafür all' dasjenige mit ins Grab, wessen siesich aus Erden am meisten bedient, so dem Manne die Waffen und dasAckergeräte, der Frau den Schmuck und dem Kinde sein Spielzeug.
Die Hauptstadt der alten Helvetier war Aventi cum, d. i.das heutige Avenches am Südende des Murtnersees. Dane-ben besaßen sie aber bereits damals nvch eine stattliche Reihekleinerer Dörfer und Städte.
3. Der Zug mit den Cimbern und Teutonen. Da brachenum das Jahr 110 eben jene Cimbern uild Telitonen,von denen auf S. 45 die Rede war, auf ihrem Zuge gegenItalien auch über das Land Helvetien herein. Diese bere-deten die Helvetier, sich ihnen anzuschließen. Wirklich ergriffendiese und besonders die Tignriner die Waffen und zogen mit.Diviko, ein junger Mann voll Kühnheit und Thatkraft, warihr Anführer. An der Garönne trafen sie auf die Römeritnd errangen einen herrlichen Sieg über jene (107). Diestolzen Feinde mußten sogar unter dem Joche der Helvetierhindurch ziehen. Doch mußte nach den Triumphen des Ma-ri us über die Verbündeten auch Diviko mit seinen Scharenwieder unverrichteter Dinge in die Heimat zurückkehren.
b) Die Unterwerfung Hetvetiens unter die Römer.
(58—15 v. Chr.)
1. Der zweite Auszug der Helvetier. Galliens Schön-heit und Fruchtbarkeit war in Helvetien nicht vergessen worden.Ein mächtiger und ehrgeiziger Mann, Namens Orgetorix,stachelte die Ervbernngslust seiner Landslente abermals. Einneuer Zug nach jenen herrlichen Gefilden wurde beschlossen.