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(Arbon); vor allen aber erstrahlte jetzt Aventtcnm tn neuemGlänze und in neuer Pracht. Auch finden wir damals be-reits die Orte: Solothurn, Zürich, Chur, Winterthur, Lau-sanne, Pverdon, Martinach u. s. w.
Die Ringmauern von Aventicum bildeten ein fast regelmäßigesAchteck. Um die Stadt zu umgehen, brauchte man fünf Viertelstunden.Inwendig lehnten sich an die Mauern in einer Entfernung von je 100Schritt halbkreisförmige Türme. Diese Mauern umschlossen ein Forum,ein Theater und ein Amphitheater.
Die damaligen Wohnungen hatten freilich nicht das Aussehen^ un-serer jetzigen; man stieß nicht auf gerade Straßen und zahlreiche Stock-werke; die römischen Häuser, niedriger und geräumiger, von Gärten undLustwäldchen umgeben, standen nicht, wie die unsrigen, in Hausen dichtzusammengedrängt. Aventicum besaß alle Arten von Bädern in großerZahl. Um dem Nachteile einer niedrigen Temperatur zu steuern, ruhteder Boden mehrerer Säle auf backsteinernen Pfeilern, zwischen denen derWürmestoff hindurchzog und sich nachher durch Röhren, die in den Mauernangebracht waren, überall hin verbreitete. In andern Sälen wurden Oleund Salben aufbewahrt, deren man sich nach dem Bade bediente. DieWände dieser Gemächer, mit Marmor und Freskogemälden geziert, stelltenGefäße, Blumengewinde oder durch buntfarbige Striche eingeteilte Felder dar.
Zahlreiche Tempel, eherne und marmorene Bildsäulen erhoben sichzur Ehre der Götter. Insbesondere wurden in Aventicum Neptun undApollo verehrt.
Die Wasserwerke waren der Römer gleichfalls würdig. Aus einemKitte gebildet, der getrocknet die Härte der Steine erlangt, gingen sie durchFelsenbänke und führten mehrere Stunden weit das erforderliche Wasserherbei, tz
Eine römische Heerstraße führte von Italien aus überden Großen St. Bernhard durch die westliche Schweiz überAventicum bis nach Basel, von da nach Winterthur, Arbon,Bregenz und endlich durch das Rheinthal über Chur und denSplügen zurück nach der Ebene des Po. Auch zahlreicheMilitär st atio neu und Festungen wurden errichtet (Ar-bon, Terzen, Quarten, Gaster).
Selbst die römische Sprache fand Anklang.
2. Die Schattenseiten. Doch bald zeigten sich auch dieSchattenseiten der Fremdherrschaft. Denn mit der Wissen-schaft und Kultur fanden auch die schlechten Sitten undGebräuche des zerfallenen Roms Eingang bei den sorglosenHelvetiern, so daß auch diese gleich jenem immer mehr ent-nervten und verweichlichten, ihre alte Kraft, ihren Mut und
i) Vergl. Bullir-min, Gemälde der Schweiz, XIX.