Band 
Erster Teil. Altertum und Mittelalter.
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den Tod des Herrschers ohne weiteres anf dessen Sohn odernächsten Anverwandten über. Jetzt wurde es ein Wahlreich,d. h. die Großen des Reiches gaben sich von nun an selbstin eigener, freier Wahl ihr Oberhaupt, Sie thaten das, be-wogen durch die schlechte Regierung der letzten Karolinger.

1. Konrad I. Der erste gewählte König war Konradi.(911—918). Doch waren die Herzoge bereits zu mächtigund selbstherrlich geworden, und so gelang es auch Konradnicht, das Reich zu einigen und zu stärken. Da gab er anfseinem Todbette das heldenmütige Beispiel der Entsagung,indem er den Fürsten seinen erbittertsten Gegner, Heinrich,Herzog von Sachsen, zur Wahl empfahl.

2. Heinrich!. Heinrich I., „Der Finkler" (919 bis986), erfüllte die Hoffnung, die Konrad auf ihn gesetzt hatte.Der Widerstand der Großen wurde gebrochen, und das deutscheKönigtum stand wieder groß und stark da.

'Mit den Ungarn schloß Heinrich zuerst einen Waffen-stillstand auf neun Jahre, während welchen er ihnen einenjährlichen Tribut zahlte. Unterdessen erbaute er an der Ost-grenze des Reiches eine Reihe durch Mauern und Wälle wohl-befestigter Orte oder Burgen. Zugleich befahl er. daß diezerstreuten Bewohner des Landes sich in diesen niederlassen.Eine Menge von Vorrechten in Bezug auf Abgaben, Gerichte,Versammlungen, Märkte und Feste winkte überdies diesen„Bürgern" oder „Bürgern". So entstanden allmählich Städte,und Heinrich teilt mit dem Ruhme, auf diese Weise trefflichfür sein Reich gesorgt zu haben, zugleich die Ehre „Stüdte-gründer" genannt zu werden.

Darauf wurde das Heer neu geordnet. Während näm-lich die Ungarn auf ihren flinken Rossen wie im Fluge er-schienen und wieder verschwanden, fehlte dem Reichsheer dieReiterei ganz. Auch diese wurde also geschaffen; ja, siebildete in Zukunft den Hauptteil des Heeres.

Endlich übte Heinrich die Mannschaft auf Grund derneuen Einrichtungen ein. Es geschah dies in mehreren klei-neren Gefechten gegen die im Nordosten des Reiches zwischenElbe und Oder wohnenden Wenden.

Als daher nach Ablauf des Waffenstillstandes die Ungarndie Feindseligkeiten erneuerten, besiegte sie Heinrich an der