Band 
Erster Teil. Altertum und Mittelalter.
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berühmtesten Päpste dieser Zeit aber waren Gregor VII. (1070—1085),Jnnocen; III. (1198—1210) n»d Bonifatins VIII. (1294—1303).

3. Religiöse Orden. Insbesondere entstanden um diese Zeit aucheine Reihe neuer Mönchsorden. Namentlich wurde die alte Regel St.Benedikts neu aufgesrischt. Gau; neue Orden schufen der hl. Franziskusvon Assist (gest. 1226) und der hl. Dominikus im südlichen Frankreich(gest. 1221). Um nämlich der damals herrschenden Habsucht einerseits undder Ausschweifung anderseits entgegenzutreten, verpflichten diese beiden Or-den ihre Mitglieder zu so vollkommener Armut, daß sie nur vom Almosender Gläubigen leben sollten. Deshalb erhielten sie auch den Rainen „Men-dikanten- oder Beitelorden". Ihre Thätigkeit erstreckte sich hauptsächlichauf das Predigtamt und die Bolksseelsorge.

d> Grjeltschastlichr Zustände.

Seit der Zeit Heinrichs I. schied sich die Gesellschaft hauptsächlichin drei Stände: 1. Ritter oder Adelige, 2. Bürger, 3. Bauern.

1. Der Ritterstand?) Immer mehr machten seit den Kämpfen mitden Ungarn die Fußsoldaten dem berittenen Heere Platz. Dabei warendie Reiter mit Helm und Panzer schwer bewaffnet. Jeder aber hatte dieKosten seiner Ausrüstung selbst zu tragen. Daher konnten in der Regelauch nur Reiche als Reiter dienen. So bildete sich allmählich ein eigenerReiter- oder Ritterstand aus, und Rittertum und Adel wurden sozusagengleichbedeutend.

Auch genossen die Ritter eine eigene Erziehung. Schon im siebentenJahre wurde nämlich der adelige Sohn in das Schloß eines andern Rittersgebracht. Hier wartete er als Page (Bube) bei der Tafel aus, hielt seinemHerrn beim Besteigen des Pferdes den Bügel und übte sich im Fechten,Schießen und Reiten. Im vierzehnten Jahre wurde er durch die Um-gürtung mit dem Schwerte wehrhaft. Nun hieß er Knappe (Knabe) oderJunker und begleitete seinen Herrn zu der Litst der Jagd, >vie zu Festenund Spielen, ja selbst in den Ernst der Schlachten. Mit einundzwanzigJahren wurde der Junker znm Ritter geschlagen. Durch Fasten und Betenund durch den Empfang der heiligen Sakramente mußte er sich auf diewichtige Handlung vorbereiten. Dann führte man ihn zum Altare undließ ihn schlvören: die Wahrheit zu reden, das Recht zu behaupten, dieReligion und ihre Diener, sowie Witwen und Waisen zu beschirmen undkeinen Schimpf der Edelsranen zu dulden. Ein Ritter oder eine Edelsrauüberreichte ihm Sporen, Handschuh und Panzer. Jetzt kniete er nieder,und ein Ritter schlug ihn dreimal mit flacher Klinge sanft auf Hals undSchnlter (Ritterschlag). Endlich schmückte man den jnngen Ritter nochmit Helm, Schild und Lanze und führte ihm ein Streitroß zu, auf daser sich auch sofort schwang, um es durch die frohlockende Menge der Zu-schauer zu tnmmeln. (Bisir, Wappenschild, Wappen.)

Bon dieser Zeit an war die einzige Beschäftigung der Ritter derWaffendienst. Dabei boten die Turniere eine willkommene Gelegenheitzur Übung. Es waren dies nämlich Waffeuspiele, die mit aller Prachtgefeiert wurden. Nur derjenige aber wurde zu denselben zugelassen, der

Wetter, Weltgeschichte.