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Reihe neuer freiheitlicher Bünde und Bereinigungen entstandenim Osten wie im Westen der Schweiz. Die Eidgenossen selbsterweiterten ihr Gebiet durch mannigfache, nicht unbedeutendeEroberungen. Endlich traten ihrem Bunde auch zahlreicheneue Länder und Städte, selbst von jenseits des Rheins, teilsals zugewandte, d. h. befreundete, teils als Sch»horte frei-willig bei.
1. Die Appenzellerkliege. So errangen um diese Zeitihre Freiheit zunächst die Appenzekler, die bis jetzt unterdem Abte von St. Gallen gestanden waren. Schon langehatten nämlich zwischen den beiden Ständen arge Feindselig-keiten bestanden. Insbesondere aber beklagten sich die Appen-zeller über die Härte und Grausamkeit, mit welcher Abt Kunovon Stoffeln nm die Wende des Jahrhunderts Zinse undAbgaben durch seine Vögte eintreiben ließ. (Bahrrecht.) Diesewurden also (1401) vertrieben und ihre Burgen zerstört.Da verband sich Abt Knno mit der Stadt St. Gallen so-wohl als mit den süddeutschen Städten, um die Appenzellerzum Gehorsam zn zwingen. Doch, von Glarns und Schwyzunterstützt, besiegten diese das äbtische Heer bei Vögelinsegg1403 (1403) unterhalb dem appenzellischen Dorfe Speicher.
Kaum zwei Jahre vergingen, so griff der Abt aufsneue zu den Waffen, trotzdem sich auch die Stadt St. Gallenauf die Seite der Appenzeller stellte, und ebenso die süd-deutschen Städte nichts mehr vom Kriege wissen wollten.Unterdessen war es ihm nämlich gelungen, Herzog Friedrichvon Österreich, genannt „Friedrich mit der leeren Tasche",für sich zu gewinnen. So hoffte er mit den leidigen Nach-barn doch noch fertig zu werden. Allein auch diesmal hattesich Kuno arg getäuscht; denn auch Friedrichs Heer wurdevon jenen geschlagen. Es war in der Schlacht am Stoß,1405 am 27. Juni 1405. (Graf Rudolf von Werdenberg, UliRotach,der Zng der Frauen und Jungfrauen.)
Nach diesem zweiten Siege aber kannte nun auch derÜbermut der Appenzeller keine Grenzen mehr. Raubend undplündernd durchzogen sie das Rheinthal und gewannenihrem Anführer Graf Rudolf von Werdenberg die Güterwieder, die ihm zuvor Herzog Friedrich entrissen hatte. Ebensohalfen sie ihren Bundesgenossen, den Schwyzern, dieMarch und das Wäggithal erobern. Dann drangen sie