Band 
Erster Teil. Altertum und Mittelalter.
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jenseits des Gotthards beraubt oder gar getötet worden,ohne daß die Herzoge von Mailand eine Hand gerührt hätten,die Übelthäter zu strafen. Voll Unwillen beschlossen daherdie Unter und Nnterwaldner, selbst für die Sicherheit ihrerLandslcnte in jener Gegend zu sorgen und bezwänge» 1403mit Waffengewalt das Livi nenthal; 1410 folgte die Unter-werfung des Eschen- oder Domo d'Oss ola-Tha lesund endlich 1419 erwarben sie durch Kauf auch noch dieHerrschaft Bellinzona, d. i. das Thal des Tessins vonBiasca bis Bellenz.

Allein jetzt griff auch der Herzog von Mailand ztt denWaffen. Die Eidgenossen aber waren jetzt wegen den gleich-zeitigen Wirren int WalliS unter sich selbst uneinig und zogenso vereinzelt und ohne rechte Leitung zum Kriege gegen den

1422 Herzog aus. Die Folge war, daß sie am 30. Juni 1422die blutige Schlacht bei Arb edo (Peter und Johann Kolli»,Landtwing, Roth und Püntiner) und damit auf einen Schlagauch alle tessinischen Besitzungen wieder verloren.

Doch zog unter dem tapfern Hanptmann Peter mannRysig bald eine Schaar Schwyzer aufs neue nach demEschenthale und eroberte Domo d'Ossola zum zweiten-male. Das weckte wieder den Gemeinsinn auch unter ihrenBrüdern, und bald sah sich der Herzog aufs neue von denEidgenossen bedroht. Leider aber ließen sich ihre Aitführerbestechen und gegen die Summe von 30,000 Gulden undeinige Handelsvorteile blieben die streitigen Landschaften nundoch in mailändischem Besitze.

147« Schon 1478 kam es indessen wieder zu Streitigkeitenzwischen llri und Mailand und im Dezeniber desselben Jahresbelagerten deshalb 10,000 Schweizer unter der Anführnngdes Hans Waldmann aus Zürich abermals Bellinzona.Unter dein Verwände zu großer Kälte aber zogen sie mittenrichtetet: Dinge wieder ab. Nur eine kleine Besatzung von175 Mann blieb in Giornicv, nördlich von Bellinzona.Sofort aber rückte der Herzog mit 10,000 Mann heran.Durch List und Tapferkeit aber wurde er unter der Führungdes tapfern Frischhans Theiling von Luzern dennoch be-siegt. (Herstellung einer Eisfläche vor Giornico.) Mailandhatte jetzt neuerdings eine bedeutende Summe als Schaden-ersatz an die Eidgenossen zu zahlen, mußte ihnen Zollfreiheit