Band 
Erster Teil. Altertum und Mittelalter.
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mal blieb der Sieg auf Seite der Franzosen. Es war inder zweitägige» furchtbaren Schlacht bei Marignano 13.und 14. September 1515.

Jnnncrhin war auch diese Niederlage, ähnlich derjenigenbei St. Jakob au der Birs, eine für die Schweizer ehrenvolle.Selbst der feindliche Feldherr Triviilzio bekannte: „AchtzehnSchlachten habe ich beigewohnt; aber gegen diese Riesenschlachtsind alle andern Kinderspiele gewesen."

5. Der „ewige Friede" mit Frankreich. Die Folge der-1(i selben aber war, daß Frankreich und die Schweiz endlich (1516)einen ewigen Frieden schloffen. Nach diesem aber blieb Mai-land nun doch in den Händen der Franzosen. Dagegenerhielten die Schweizer die Gebiete des heutigen Kanton TcssinlEnnctbirgische Vogteien) und Granbünden die HerrschaftenChiaveuna, Veltlin und Bormio. Überdies versprachFranz der gesamten Schweiz noch 700,000 Kronen und dazujedem Ort ein Jahrgeld von 2000 Franken zu entrichten.

17. Kutturgeschichtliches aus dem XIV.—XV. Jahr-hundert.

I. Jm allgemeinen,a) Kirche und Sinnt.

1. Papsttum. Um das Jahr 130!» nahm Papst Clemens V. inAvignon im südlichen Frankreich seinen Sitz. Zudem war er selbst Franzose.Die Folge war, daß der sranzösische Hos einen zu große» Einfluß auchauf den Papst gewann. Die deutschen Fürsten dagegen fühlten sich zu-rückgesetzt. Das Ansehen der Päpste nahm ab. Endlich nach 70 Jahrenldie babylonische Gefangenschaft der Päpste) kehrte Gregor XI. ivicder nachRom zurück. Doch war damit die Wunde, welche diese Verbannung derChristenheit geschlagen, noch nicht geheilt. Denn Frankreich wollte jetztnatürlich den Papst auch nicht mehr preisgebe». So kam es, daß bei dernächste» Papstwahl Parteien entstanden und zwei Päpste gewählt wurden.Ja, später kam sogar noch ein dritter dazu. Erst das Konzil von Konstanzstellte, wie wir gehört, die Einigkeit wieder her.

Noch verderblicher beinahe wirkte der Einfluß, den in dieser Zeitauch die italienischen Adelsfamilien auf die Papstwahl hatten. Dadurchuämlich gelangten mehr als einmal Unwürdige zur höchsten Stelle der Welt.

2. Bischöse, Priester und Klöster. Manche Bischöfe, besondersdiejenigen, welche zugleich Reichsfttrsten waren, mischten sich zu sehr inweltliche Angelegenheiten und vergaßen darob ihre ersten und heiligstenPflichten. Die gewöhnlichen Priester waren meistens sehr arm undinußteii den Unterhalt durch Haudarbeiten verdienen. Die Klöster wurdest