Band 
Erster Teil. Altertum und Mittelalter.
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mehr als Versorgungsanstalien für jüngere Söhne und Töchter von Fürstenund Adeligen, denn als Heilstätten für die Seele betrachtet.

3. Das Wiedcrerwachen der alten Msscnschast. Überdies er-wachte auch wiederum das Studium der alten Klassiker d. h., der altengriechischen und römischen Schriftsteller. Mit dem Wissen aber kehrte viel-fach auch der alte heidnische Geist in die Gemüter zurück; der Glaubelockerte; die guten Sitten schwanden.

4. Der Staat. Mit der Kirche aber büßten auch die weltlichenFürsten selbst zum Teil ihr Ansehen ein. Insbesondere artete der einstso geachtete Ritterstand in ein völliges Raubrittertnm aus, und diestolzen Burgen und Zinnen, einst die Zierde und der Schutz des Landes,wurden ein Schrecken der Kaufleute und des ruhigen Bürgers.

5. Lichtseiten. Doch gab es auch damals große und berühmtePäpste, wie Martin V., Engen IV., Nikolaus V.; ebenso hl. Bischöfe undPriester. Für den srommen Sinn des Volkes zeugen die zahlreichen,herrlichen Kirchenbante» aus eben dieser Zeit. Auch war dasselbe, we-nigstens in religiösen Dingen, im allgemeine» genügend unterrichtet. Selbstdie Bibel war i» deutscher Sprache in verschiedenen Ausgaben vorhandenschon vor der Erfindung der Buchdrnckerkunst. Namentlich waren unterdem Volke auch damals schon die Ausgaben einzelner Teile der Bibel, wiez. B. der Psalmen, der Evangelien u. s. w. bekannt und beliebt.

b) Die Hütte der Städte.

1. Freie Reichsstädte. Durch die zahlreichen Verbindungen mit demMorgenlande seit der Zeit der Kreuzzüge wurden die Städte immer mäch-tiger und wohlhabender. Mit der Macht aber stieg auch das Verlangennach größerer Freiheit und Unabhängigkeit von den einzelnen Fürsten. Inder Regel begünstigte auch der Kaiser die Städte, um an ihnen eine Stützegegen den übermütigen Adel zu haben. So wurden gleich der Schweizund teilweise schon vor ihr, auch eine Menge deutscher Städte reichsfrci.

2. Die Hansa. Um aber zugleich vor dem Raubrittertnm sich zuschützen, schlössen namentlich die Handelsstädte, voran Lübeck und Hamburg(1241), eigene Bündnisse, „Hansa" genannt. Durch diese unterhielten sieauf gemeinschastliche Kosten eine bewaffnete Ma»nschast, welche die Wagenund Schiffe begleitete und schützte.

3. Andere Städtevereinc. Der Hansa folgten andere Stüdtebünde,so der rheinische Bund, der von Basel bis nach Köln reichte undgegen 70 Städte zählte, und der schwäbische Bund, dessen Büttel-punkt Ulm war und dem auch einzelne Schweizerstädte wie ;. B. St.Gallen zngehörtcn.

c) Erfindungen.

Bor allem aber ist der Ausgang des Mittelalters die Zeit dergroßen Erfindungen.

I. Kompah. Der Kompaß ist bekanntlich eine mit Magnet bestri-chene Nadel, die in einem Kästchen über einem spitzigen Stäbchen liegt,