Band 
Erster Teil. Altertum und Mittelalter.
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und tmmt die merkwürdige Eigenschaft hat, daß sie beständig nach Nordenzeigt. Darum gab diese Erfindung vorab der Schiffahrt einen neuen Auf-schwung, denn jetzt konnte man leichter und sicherer auch bei Nacht undstiebet das weite Meer durchkreuzen. Denn nach dem Norden, den dieMagnetnadel zeigte, ließen sich jetzt natürlich sehr leicht auch die andernHimmelsgegenden bestimmen. Wer aber diese Erfindung gemacht, ist nichtsicher. Wahrscheinlich aber stammt sie von Flavio Gioja, der um das1306 Jahr 1300 in Amalfi in Süditalien lebte.

2. Schiefipulver. Wie wir in der Geschichte der morgenländischenVölker gesehen haben, sollen schon die Chinesen das Schießpnlver und die

>350 Buchdrnckerkunst gekannt haben. Unter den Europäern erfand es 1350Berthold Schwarz, ein Franziskanermönch aus Freibnrg im Breisgau.Einst stampfte dieser nämlich Schwefel, Kohlen und Salpeter in einemMörser und legte darüber einen Stein. Da entzündete zufällig ein Funkedie Masse und augenblicklich flog der Stein mit einem fürchterlichen Knallgegen die Decke. Welche Umündernngen aber diese Erfindung im Kriegs-wesen hervorbrachle, liegt auf der Hand. Denn, was half jetzt noch derstarke Arm? Was die schwere Panzerrttstnug des Ritters? Denn baldwurden jetzt auch Kanonen gegossen. Endlich um das Jahr 1517 erfandman in Nürnberg die Flinten.

3. Buchdrnckerkunst. Mehr Mühe und Arbeit erforderte die Er-findung der Buchdrnckerkunst. Auch lassen sich bei ihr gleichsam verschie-dene Stufen unterscheiden. Zuerst erfand man die Holzschneidekunst. Eswurden nämlich in hölzerne Täfelchen allerlei Bilder von Heiligen ge-schnitten, mit Farbe bestrichen und dann auf Pergament oder Papier ab-gedruckt. Dann druckte man einzelne Sprüche und Lieder mit Holztafeln.Zuletzt wurden ganze Bücherseiten in Holz ausgestochen und abgedruckt.

1410 Jetzt erst (1440) kam ein deutscher Edelmann aus Mainz, Johann Guten-berg, auf den Gedanken, die Buchstaben einzeln für sich aus Holz — späteraus Blei und Zinn — zu formen, aus ihnen Wörter, Sätze, ja ganzeSeiten zusammenzusetzen. Im Jahre 1430 endlich wurde auch die Presseerfnndeu.

4. Das Papier. Den Wert der Buchdrnckerkunst erhöhte die Er-findung des Papieres. Auch dieses sollen die Chinesen bereits gekannthaben. Um das Jahr 800 n. Chr. fand man es in Bagdad. Bonhier kani es nach dem Süden Europas. Nördlich der Alpen dagegen istes erst seit dem Beginne des 14. Jahrhunderts eingebürgert. — Früherschrieb man auf Pergament, das aus Fellen von Schafen und Kälbernbereitet wurde.

5. Andere Erfindungen, stieben den genannten verdienen noch alswichtige Erfindungen erwähnt zn werden:

a) Die Uhr. Ursprünglich nämlich beurteilte man den Lauf derZeit allein nach dem Stande der Sonne, nach der Sonnenuhr. Schondie Alten aber brauchten für die Zeit der Stacht und des umwölktenHimmels auch die Masse r n h r. Diese zeigte durch ein bestimmtes Maßverronnenen Wassers die Stunden an. Später trat an die Stelle des1000 Wassers der trockene Sand. Die ersten Räderuhren waren um das Jahr1300 10CO bekannt. Die ersten Schlaguhren wurden um das Jahr 13001500 verfertigt. Endlich erfand ebenfalls ein stiürilberger Uhreuuiacher 1500