Band 
Erster Teil. Altertum und Mittelalter.
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und Wurf bediente man sich schon im 11. Jahrhundert eines kurzenSpießes. Zu Ansang des 15. Jahrhunderts wurde der ca. füni Meterlange Spieß (Lanze) gebräuchlich und bis zum Ende des 16. Jahrhundertsbeibehalten. Eine ebenfalls viel gebrauchte Waffe war die Hellebarde.Auch das Beil und die Streitaxt waren im Gebrauche. An derlinken Seite trug man ein Schwert, während an der rechten, besondersnach den Bnrgunderkriegcn, der sogenannte Schweizerdolch angehängtwurde, eine im Rahkampfe furchtbare Waffe."

Als Schußwaffen gelangten die Steinschleuder, die Bogenund die Armbrust zur Verwendung. Seit dem Sempacherkriege kamenallmählich auch die Feuerwaffen in Gebrauch, und zwar bediente man sichzunächst der Wagen- und Hakenbüchsen; doch richtete man nicht gar vielmit ihnen aus. Kanonen und Mörser kamen zum erstenmale im Ky-bnrgerkriege zur Verwendung.

3. Der Auszug. Ging's in den Krieg, so wurde durch Boten,Sturmgeläute und Feuerzeichen zum Aufbruche gemahnt. Dabei bildetedie Mannschaft eines jeden Kantons einen „Harst" und stellte sich unterden Befehl eines HauptmannS und eines Benners oder Banner-herrn (Fähnrich). Der Harst teilte sich in Rotten; an der Spitze derRotte stand der R o t t m e i st e r. Die Zahl der Hauptbanner richtete sichnach den Kantonen, die sich am Kriege beteiligten. Dabei marschierte das-jenige von Zürich an der Spitze. Als gemeinsames Feldzeichen galt seitder Schlacht bei Laupen das „weiße Kren; im roten Feld." Fürdie Schlacht selbst war das Heer gewöhnlich in drei Hansen geteilt: indie V orhnt, den Gewalthaufen und die Nachhnt. Auf den Ge-walthaufen fiel die Hälfte und auf die Bor- und Nachhut je ein Viertelder ausgezogenen Mannschaft.

Der Ausmarsch ins Feld geschah in gemessenem Schritte nach einervon Pfeifen und Trommeln oder Hörnern gebildeten Kriegsmusik(Harsthörner, „Uristier").

4. Schlachtordnung. Kam es zur Schlacht, so bildeten die Eidge-nossen je nach den Bodenverhältnissen einen Keil, ein Viereck odereinen Ring. (Vergl. die Schlacht bei Scmpach.) Gegenüber der scindlichenReiterei wurde namentlich gerne der „Igel" formiert. Die Kriegerstellten sich nämlich in dicht geschlossenen Reihen auf; dabei streckten dievordersten ihre langen Lanzen vor. So bildeten sie einen rundlichen Klumpen,der zur undurchdringlichen Speermauer für den Gegner wurde. Dannrückte der Schlachthanfen in fester Haltung vor. Halten die Lanzen dervordersten Reihen die feindliche Schlachtordnung durchbrochen, so schlugendie Hintern Reihen mit ihren Streitäxten und Hellebarden die zersprengtenFeinde nieder.

Doch lag die Stärke der alten Eidgenossen im Kriege weder in denWaffen noch in der Schlachtordnung, noch in der Weisheit der Bannerherren,sondern vorab in ihrer Tapferkeit. Denn mit dieser blieben sie ent-weder tot auf dem Schlachtfelde oder kehrten als Sieger frohlockend zuden Ihrigen zurück. Bon einer Flucht wußten unsere Väter nichts. (Vergl.Winkelricd, Uli Rotach, Fontana; die Schlachte» bei St. Jakob an derBirs, bei Arbedo und Marignano rc.) Auch rühmte man an ihnen strengeManneszucht und eine glühende Vaterlandsliebe. Ihre Begeisterung für