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6. Die Ausbreitung der neuen Lehre. Trotz diesenVorkommnissen aber verbreitete sich die neue Lehre baldüber ganz Sachsen, Thüringen, Preußen, Hessen undMecklenburg. Mehrere Fürsten waren ihr natürlich zumvoraus geneigt; denn durch sie war ja mit einem Schlagealle Verbindung mit Rom ausgehoben; die Rechte, welchesrüher die Bischöfe ausgeübt hatten, erhielten sie selbst undwurden so immer mehr unumschränkte Herrscher. Auch wurdedurch die Aufhebung der vielen reichen Stifte und Klösterihr Einkommen vermehrt. (Albrecht von Brandenburg,Großmeister des Deutschordens.)
7. Karl V. war machtlos. Wohl ließ sich von ihmsagen, daß in seinem Reiche die Sonne niemals untergehe;
— denn ihm gehörte Österreich, Deutschland, Holland undBelgien, Neapel und Sardinien, Spanien und damit auchdas neu entdeckte Amerika; — aber es stunden ihm auchmächtige und erbitterte Feinde gegenüber.
a) Sein Kampf mit Franz. So war es vor allemKönig Franz I. von Frankreich, der nicht weniger als vierKriege auf Leben und Tod mit ihm führte; denn nur zugerne hätte Franz selbst die deutsche Kaiserkrone auf sei-nem Haupte getragen. Jetzt wollte er wenigstens Italienund besonders Mailand unter seine Herrschaft bringen.Schon 1525 wurde er zwar in der entscheidenden Schlacht 1525bei Pavia besiegt und sogar gefangen genommen. Aberwieder freigelassen, fand er immer wieder Mittel und Wege,
den Kampf zu erneuern; daher kam der Friede erst 1544 1544zu Crespi zu stände. Franz behielt Burgund, das in-zwischen auch streitig geworden war, Karl dagegen Mailand.
b) Seine Züge nach Afrika. Gleichzeitig zog Karl auchzweimal nach Afrika, nach Tunis und Algier, umdort dem wüsten Treiben der Seeräuber ein Ende zumachen.
o) Die Türkengefahr. Auch bedrohten ihn, von Franzselbst aufgehetzt, von Osten her wiederholt die Türken; ja,
1529 belagerten sie sogar Wien. 152»
So mußte Karl V. immer mehr zum Frieden neigen,wie 1529 auf dem Reichstage zu Speier, 1530 zu Augs-burg (Augsburger Bekenntnis; Protestanten) undendlich 1532 den förmlichen Religionsfrieden zu Nürnberg 1532