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Achtung eilt. Sein Gang war etwas nachlässig, aber schnell und stolz.Zn Pferde saß er in jüngeren Jahren gut, im Alter gekrümmt und sorg-los, ausgenommen im Galopp, den er gern ritt und lange aushielt. SeineStimme war im Gespräch der reinste und angenehmste Tenor, beim Kom-mando aber so laut, daß man sie selbst in der Ferne sehr deutlich hörenkonnte. Seine braunrote Gesichtsfarbe kündigte den Soldaten an, welcherder heißen und kalten Witterung gewohnt >nar und jeder Mühseligkeitdes Kriegslebens trotzte.
In der erste» Hälfte seines Lebens schlief er wenig; in der letztenbestimmte er gewöhnlich sieben Stunden znm Schlaf. Dagegen schätzteer die Vergnügungen bei der Tafel. Er bestellte gewöhnlich acht Schüsseln,die lecker und ausgesucht sein mußten. Immerhin war er auch mit derschlechtesten Nahrung zufrieden, wenn es die Umstände erforderten. Eraß Kommißbrot mit den Soldaten, wenn die Not da war, und beklagtesich mit keiner Miene, mit keinem Worte darüber.
Dem Tabakranchen war er so abgeneigt, daß er es auch von an-deren in seiner Gegenwart nicht duldete; desto mehr hatte er sich denSchnupftabak zum Bedürsnis gemacht. Zwei damit angefüllte Dosentrug er beständig bei sich, fünf bis sechs andere standen aus den Tischenumher; über hundert derselben wurden zur Abwechslung in Kasten auf-bewahrt.
Fern von jedem äußer» Prunk trug sich wohl nie ein König ein-facher in der Kleidung, als Friedrich. Meistens trug er die einfache Of-fiziersuniform seiner Garde, die sich nur durch den fürstlichen Stern un-terschied. Nur bei großen Festlichkeiten kleidete er sich in die reiche Kirnt»tur dieses Regiments.
Musterhaft war der Geist der Ordnung, welcher selbst in den klein-sten Beschäftigungen herrschte. Fast jede Stunde hatte ihre Bestimmnng.„Nichts aufschieben," war sein Grundsatz, von dem ihn weder Müdigkeit,noch übles Wetter, noch eine Liebliugsncigung abzubringen vermochten.Sobald er des Morgens aufgestanden war, öffnete er die in der Nachteingegangenen Briefe und Bittschriften. Die interessanteren davon lasund beantwortete er selbst; von den übrigen ließ er sich Auszüge machen,und gab dann die Wegleitung für die Anttvort.
Er selbst verfaßte auch wissenschaftliche Werke. Doch schrieb undsprach er fast nur französisch. Das Deutsche verachtete er. Nur wennes nötig war, oder die Anwesenden das Französische nicht verstanden,sprach er auch deutsch?)
9. Österreich unter Maria Theresia und Joseph II.
1. Maria Theresia (1740—80) war, wie wir gehört ha- ,740ben, durch die Pragmatische Sanktion auf deu habsburgischeuThron gekommen, da Karl VI. ohne männliche Nachkvinmengestorben war. Sie machte übrigens den Habsburger!! alleEhre, denn sie war eine durchaus tüchtige Regentin.
i) Bergl. Leineweber, Deutsches Lesebuch l. Seite r35.