wie sich die alten Griechen selber nannten, über das Meerund nahmen von der Inselwelt zwischen Hellas und Klein-asien Besitz. Auch an den Küsten Kleinasiens selber, amSchwarzen Meer, in Nordafrika, auf der Insel Sizilien undin Unteritalien gründeten sie zahlreiche Kolonien, die baldmit den Städten des Mutterlandes an Reichtum und Schön-heit wetteiferten. Sogar das französische Marseille ist um 60 <>eine solche Pflanzstadt griechischen Ursprungs. T - Chr.
§ 2. Religion und Sage.
1. Religion der Griechen. — Wie fast alle Völkerdes Altertums, waren auch die Griechen Heiden. Ihre leb-hafte Einbildungskraft bevölkerte Himmel und Erde mit zahl-losen göttlichen Wesen. Sie dachten sich diese als voll-kommen schöne, mit überirdischen Kräften begabte, unsterb-liche Menschen, weshalb sie aus ihren Götterbildern dievollendetsten Darstellungen der menschlichen Gestalt schufen.
Unter dem unendlichen Götterheere verehrten sie zwölf alsdie höchsten. An der Spitze stand Zeus, der Vater derGötter und Menschen, der majestätische Gott des Himmels,der mit dem Donner und Blitz die Welt beherrscht. SeineGemahlin war Hera, die Götterkönigin, sein Bruder Po-seidon, der Beherrscher des Meeres. Zeus’ Söhne undTöchter waren Apollo, der in jugendlicher Schönheitstrahlende Gott des Lichtes, der Lehrer der Dichter undSeher, Ares, der wilde Gott des Krieges, Hermes, derlistige Götterbote, der Beschützer des Handels, PallasAthene, die Göttin der Weisheit und Kunstfertigkeit, dieSchirmerin der Städte, Artemis, die Göttin der Jagd, undandere mehr. In ewiger Jugendfrische lebten diese Götter aufdem über die Wolken emporragenden Berg Olymp, um Zeusversammelt, der in goldenem Palaste thronte. Die Griechenschrieben ihren Göttern vielfach Leidenschaften und Hand-lungen zu, die mit der göttlichen Heiligkeit im Widerspruchestehen. Aber im ganzen erblickten sie doch in ihnen die