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kam die Kunde, daß der Feind den Bergkamm überschrittenhabe. Leonidas erkannte, daß der Paß verloren war. Erbefahl seinem Heere, sich zurückzuziehen, um dem Unter-gang zu entrinnen; er selbst beschloß mit seinen 300 Spar-tanern zu bleiben. Das war der sichere Tod, aber der helden-mütige König wollte den Rückzug der übrigen decken undallen Hellenen ein Beispiel geben, wie man für das Vaterlandkämpfen und sterben müsse. Gegen Mittag wurden die Spar-taner, mit denen einige hundert andere Griechen zurück-geblieben waren, von allen Seiten umzingelt. Todesmutigwarfen sich die eingeschlossenen Helden auf die Feinde undfurchtbar räumten ihre Lanzen unter ihnen auf. Als dieSpeere zerbrochen waren, griffen sie zu den Schwertern;waren diese nicht mehr zu gebrauchen, so wehrte man sichmit den Händen und Zähnen. Da fiel, wie ein Löwe kämpfend,der edle Leonidas, und nochmals entbrannte ein wütendesRingen um seine Leiche. Zwei Brüder des Xerxes sankenzu Tode getroffen. Endlich setzte sich das zusammen-geschmolzene Häuflein der Hellenen müde nieder und empfingMann für Mann den Todesstoß. So bewundernswert dieseTodesweihe des Leonidas und seiner Spartaner war, derWeg ins Herz von Griechenland stand jetzt dem Xerxesoffen, und unaufhaltsam ergossen sich seine Heerscharenüber dasselbe herein.
4. Seeschlachten bei Artemision und Salamis(480 v. Chr.). — Gleichzeitig mit dem Landheer war auchdie Flotte des Xerxes auf die der Griechen gestoßen, diebeim Vorgebirge Artemision am Nordende der Insel EuböaStellung genommen hatte. Als die Hellenen der ungeheurenÜberzahl der feindlichen Schiffe ansichtig wurden, wären sieam liebsten davongefahren, und es bedurfte der ganzen Über-redungskunst des Themistokles, der als Anführer derAthener die Seele der Flotte war, um sie zum Bleiben zu be-wegen. So entbrannte bei Artemision eine Seeschlacht, inder während dreier Tage von beiden Seiten tapfer, aber ohneEntscheidung gestritten wurde. Da kam die Trauerkunde vom
()oeh.8li t Allgemeine Geschichte.
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