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Fürsorge für alle Teile des Reiches. Noch heute führt einevon ihm erbaute gewaltige Steinbrücke (bei Alcantara) überden Tajo in Spanien, und von einer noch viel großem sinddie Reste an der untern Donau zu sehen. In Italien errichteteer zahlreiche wohltätige Anstalten zur Versorgung verwaisterKinder und besaß bei alledem noch Mittel genug, um dieHauptstadt mit glänzenden Bauten und Denkmälern zuschmücken. Überall waltete Ordnung und Gerechtigkeit; selbstdie Freiheit schien wiedergekehrt. Unter ihm genoß man,wie der große Geschichtsschreiber Tacitus, Trajans Zeit-genosse, sagt, das seltene Glück, denken zu dürfen, was manwollte, und sagen zu dürfen, was man dachte.
5. Blüte des Römerreichs (2. Jahrh. n. Chr.). —Zur Zeit seiner Blüte umfaßt das gewaltige Römerreichdas heutige Spanien und Portugal, Frankreich, England,Holland, Belgien, die Schweiz, die deutschen Rhein- undDonaulande, die größere Hälfte von Oesterreich-Ungarn,Italien, die Balkanhalbinsel mit Rumänien und Griechenland,Kleinasien, Syrien und Palästina, Teile von Arabien, ganzNordafrika von Ägypten bis Marokko und sämtliche Inselndes Mittelmeeres. London und Alexandrien, Paris und Jeru-salem waren Städte eines und desselben Staates. Vom Atlan-tischen Ozean bis zum Euphrat, von den Bergen Schottlandsbis zur afrikanischen Wüste herrschten ein Recht und einGesetz. Innerhalb dieses ungeheuren Gebietes lag alles intiefer Ruhe und Sicherheit; die Sehnsucht der Menschen, derFriede auf Erden, schien erreicht. Die Grenzen waren durchgewaltige Heeresmassen, die längs derselben verteilt waren,und an vielen Stellen auch durch Türme, Wall und Grabengegen die Barbaren geschützt. Stolze Kriegsflotten sichertendie Meere. Treffliche Heeresstraßen mit Posten und Reise-stationen durchzogen das Reich von einem Ende zum anderen.Durch keine Feindseligkeiten gehemmt, tauschten die Völkerihre Erzeugnisse friedlich untereinander aus. „Die Erde“,sagt ein alter Schriftsteller, „hatte ihre alte Tracht, dasEisen abgelegt und erschien im Festgewande.“ Gegenden,