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die besten Redner ins Gefängnis warf. Als alles nichts1629 half, löste er die Versammlung auf und beschloß, ohne Par-lament zu regieren, wie es seit 1614 in Frankreich geschah.Jetzt scheuten der König und seine Ratgeber vdr keinerGewalt, vor keinem Gesetzbruch mehr zurück, um die ab-solute Monarchie in England aufzurichten. Hand in Handdamit ging eine arge religiöse Verfolgung. Schon zu Elisa-beths Zeit hatte sich eine Partei strenger, bibelfester Prote-stanten gebildet, denen die katholischen Gebräuche in derenglischen Kirche ein Dorn im Auge waren. Da sie imGeiste Calvins den Gottesdienst in seiner evangelischen Rein-heit herzustellen bestrebt waren, hieß man sie Puritaner,jron dem lateinischen Worte puritas, Reinheit. Mit der Zeitgewannen diese strengen Protestanten im englischen Volkeimmer mehr Boden. Statt jedoch der Volksstimme nachzu-geben, suchten die Stuarts im Gegenteil noch mehr Katho-lisches in ihre Kirche hineinzubringen, und verfolgten diePuritaner, wo sie konnten. Puritanisch gesinnte Geistlichewurden in Masse ihrer Stellen entsetzt, puritanische Schrift-steller an den Pranger gestellt, als Aufrührer ihrer Ohrenberaubt und zu lebenslänglichem Kerker verurteilt. Ver-zweifelnd an der Freiheit des Mutterlandes, gingen Tausendeder besten Männer über den Ozean und suchten in der Wild-nis Amerikas eine Stätte, wo sie ungestört ihrer Über-zeugung leben konnten.
2. Der Bürgerkrieg. Oliver Cromwell. — Karl I.ging in seiner Verblendung so weit, daß er auch den Schotten,die nun schon seit achtzig Jahren ihren Gottesdienst in strengcalvinischer Weise feierten, die halb römischen Gebräucheder englischen Kirche aufzwingen wollte. Alle Vorstellungenbeim König blieben fruchtlos. Da gelobten sich die Schottenaller Stände durch ein feierliches Bündnis, ihre Religionbis aufs äußerste zu verteidigen. Die königlichen Truppen,die sie unterwerfen sollten, wurden zurückgedrängt. In Eng-land gärte ebenfalls der Aufstand, und Karl I. mußte sich,Wut und Scham im Herzen, dazu bequemen, 1640 wieder ein