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dem Jagen nach Geld und Gut auch die geistigen Güter derMenschheit nicht vergaßen, zeigt schon der Name IsaakNewtons, des größten Naturforschers der Neuzeit, der dasGesetz der Schwere erkannte, das den Fall des Apfels wieden Lauf der Gestirne regelt. So vereinte GroßbritannienFreiheit im Innern und Macht nach außen, Größe in Seefahrt.Handel, Gewerbe und Wissenschaft in einer Weise, wie siebis dahin die Welt noch nie beisammen gesehen hatte.
§ 48. Peter der Große.
1. Kußland vor Peter dem Großen. — Unter demStamme der Slawen, der die Osthälfte unseres Erdteils inne-hat, waren im Mittelalter zwei große Reiche entstanden,Polen und Rußland. Die Russen hatten von Konstanti-nopel her das griechisch-katholische Christentum empfangen,auch legte sich ihr Herrscher den Titel Zar, d. i. Kaiserbei; aber noch im 17. Jahrhundert betrachtete man sie alshalbe Wilde, die nach ihren Sitten eher zu den Asiaten, alszu den Europäern gehörten. Kaum, daß es einem abend-ländischen Herrscher je einfiel, einen Gesandten nach Moskauzu schicken. Ihr Heer, dessen Kern die Kriegerkaste derStrelitzen bildete, war wohl den Asiaten furchtbar, ver-mochte aber gegen europäische Armeen nichts auszurichten.Daher standen die Meeresküsten unter fremder Herrschaft.Durch die Schweden war Rußland von der Ostsee, durchdie Türken vom Schwarzen Meere abgeschnitten. Der einzigeSeehafen, durch den es einen kümmerlichen Verkehr mit demübrigen Europa unterhielt, war Archangel am nördlichenEismeer, wo das Eis acht Monate im Jahr jegliche Schiff-fahrt hemmte.
2. Peter der Große zivilisiert Rußland (1689bis 1725). — Das war der Zustand des Reiches, als der-jenige Herrscher den Thron bestieg, dem das heutige Rußlandseine Entstehung verdankt, Peter der Große. Diesermerkwürdige Fürst hatte eine stürmische Jugend. Er wurde