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Allgemeine Geschichte für Sekundar-, Real- und Mittelschulen / von Wilhelm Oechsli
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werken und an der Ausfüllung des Morastes arbeiten, wozusie die Erde in ihren Lumpen herbeitrugen, weil es anSchubkarren fehlte. In unglaublich kurzer Zeit ständ dieStadt da, wenn auch die Häuser anfangs nur aus Holzwaren. Schon im zweiten Jahre konnte sie bewohnt werdenund Peter bevölkerte sie, indem er vielen Edelleuten, Kauf-leuten und Handwerkern aus Moskau und andern Städtenden strengen Befehl erteilte, mit ihren Familien nach Peters-burg zu ziehen. In seinem „Paradies“, wie er Petersburgnannte, fand der gewaltige Zar auch sein Ende. Als ereines Tages ein Boot mit Soldaten in Gefahr sah, legte erbei der Rettung selbst mit Hand an und geriet dabei bisan den Gürtel ins Wasser. Er zog sich dadurch eine Krank-1725 heit zu, an der er nach einigen Wochen starb. So despotischPeter auch bei seinen Neuerungen verfuhr, eines hatte ererreicht: Rußland, das vor seiner Regierung als ein außer-halb Europas stehendes Barbarenreich kaum beachtet wordenwar, stand am Ende derselben als eine gefürchtete euro-päische Großmacht da.

§ 49. Friedrich der Große.

1. Der große Kurfürst. Fehrbellin (1675). —Zur Zeit des Konstanzer Konzils war das schwäbische1415 Grafenhaus der Hohenzollern von Kaiser Sigmund mitdem Kurfürstentum Brandenburg belehnt worden. ZuAnfang des 17. Jahrhunderts fiel ihm durch Erbschaft auchdas Herzogtum Preußen, das ehemalige Land des Deutsch-ordens, nebst einigen Gebieten am Rheine zu. Obschondadurch das Erbe der Hohenzollern auf das Doppelte an-gestiegen war, hatten sie doch in der Welt kaum so vielzu bedeuten, wie die Kurfürsten von Sachsen, und spieltennoch im dreißigjährigen Krieg eine ziemlich klägliche Rolle.

,1640—88 Gegen dessen Ende kam jedoch Friedrich Wilhelm,genannt der große Kurfürst, auf den Thron, der denGrund zur Größe des brandenburgisch-preußisclien Staateslegte. Dieser ebenso kluge als kraftvolle Fürst bemühte