VI
Gegenüber den Auslassungen eines Rezensenten in den Schweiz.Blättern für erziehenden Unterricht muß ich von neuem betonen, daßdie „Bilder aus der Weltgeschichte" trotz ihres Titels einsystema -tisches Lehrbuch der allgemeinen Geschichte für die Schülerhöherer Mittelschulen, Seminarien rc. sein wollen, nicht mehr und nichtweniger. Der Unterschied meines Lehrbuchs von manchen andern liegtdarin, daß es nicht bloß eine trockene, für den Schüler unlesbare Stoff-anhäufung, sondern eine lebendige Erzählung bieten will, sodann, daßes sich nicht auf den Standpunkt einer bestimmten Nationalgeschichtestellt, wie das die deutschen Lehrbücher für ihre Schule mit Fug undRecht tun, womit aber unserem schweizerischen Bedürfnis nicht gedientist. In bezug auf den ersten Punkt habe ich in meiner langjährigenUnterrichtstätigkeit die angenehme Erfahrung gemacht, daß Schülerund Schülerinnen die „Bilder" wirklich mit Vergnügen lesen und demUnterricht mit der Lektüre sogar weit vorauseilen. Nun möchte dasallerdings mancherorts eher als ein Nachteil aufgefaßt werden; je, un-genießbarer das Lehrbuch für den Schüler ist, um so mehr kann ja derLehrer mit seinem Vortrage glänzen. Es mag daher gegen die „Bilder"der Vorwurf erhoben werden, daß sie dem Munde des Lehrers zu vielvorwegnehmen und deshalb kein richtiges Schulbuch seien. Daraufkann ich nur erwidern, daß nach meiner Erfahrung wenigstens fürGymnasien und andere Anstalten, die dem Unterricht in der Geschichte 'breitern Raum gewähren, der in meinem Buche gegebene Stoss einerbedeutenden Dehnung fähig ist, daß also dem Lehrer hinlänglich Ge-legenheit geboten ist, anders zu erzählen als wie das Buch erzählt.Dann wird überhaupt jeder Fachmann, der den Stoff beherrscht, mitFreiheit darin schalten, seine eigene Auffassung hineinzulegen und dasGeschichtsbild mit eigenen Zügen auszugestalten wissen. Ein Lehrbuchvon der Art der „Bilder" aber hat den Vorteil, daß es dem Schülergestattet, des Schreibheftes mehr oder weniger zu entbehren. Was er