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lich an der Elbe, dann an der mittleren Donau gewohnt hatten, dieletzten Nachzügler der deutschen Völkerwanderung. Sie bemächtigtensich der Po-Ebene, die noch heute von ihnen den Namen Lombardeiträgt, und von da aus fast der ganzen Halbinsel. Ihre Hauptstadtwurde Pavia am Tessin. Nur Rom, Ravenna und einige andereStädte, sowie die Inseln blieben den Oströmern.
14. Bildung der romanischen Nationen. — Die Germanen,die in das weströmische Reich gedrungen waren, bewirkten da einetiefgreifende Umgestaltung. Sie gründeten eine Reihe neuer Staaten,die an die Stelle des einen großen Römerreiches traten, und gabenihnen germanische Einrichtungen und Gesetze. Andrerseits ver-mochten sie aber dem Einfluß der römischen Gesittung nicht zu wider-stehen. Selbst wenn sie, wie die Langobarden, die alten Bewohneranfänglich geknechtet hatten, nahmen sie allmählich deren Religion,Sprache und Sitte an und verschmolzen sich zuletzt mit ihnen zueinemVolke. So bildeten sich in Italien, Spanien und Gallienneue Nationen, die man romanische nennt, weil sie trotz der ger-manischen Einwanderung die römische Sprache bewahrt haben. Freilichhat jede derselben im Laufe der Zeit das Lateinische auf besondereWeise umgebildet, so daß daraus eine Reihe von Tochtersprachen ent-standen sind, wie dasJtalienische, Französische, Spanische,Portugiesische usw. In Britannien, sowie in den deutschen Rhein-und Donauländern dagegen verschwand das römische Wesen samtdem Christentum, teils weil es da überhaupt nie rechte Wurzeln ge-faßt hatte, teils weil die germanischen Stämme, die sich dort nieder-ließen, noch Heiden waren und alles Römische haßten und ausrotteten.
III. Das Frankenreich unter den Merovingern.
Kaufmann, Deutsche Geschichte, Bd. II. Mno!d, Fränkische Zeit. vahn, Die Königeder Germanen, Bd. VI. Ikierk-y, krecits äes temps iVIerovinAjenL. 80nnel, Die Anfänge desKarolingischen Hauses (Jahrbücher der deutschen Geschichte).
1. Chlodwig (um 500).—Von den neugebildeten Germanen-reichen aus Römerboden gelangte eines zu solcher Macht und Aus-dehnung, daß es zuletzt den Völkern schien, es sei an die Stelle desuntergegangenen römischen getreten, das derFranke n. Ungleich denGoten, Wandalen und Burgundern, die auf mühseligen Irrfahrten ihre
Occhsli, Bilder II und III. 1.
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