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Bilder aus der Weltgeschichte : ein Lehr- und Lesebuch für Gymnasien, Lehrerseminarien und andere höhere Schulen, sowie zum Selbstunterrichte / Wilhelm Oechsli
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die Freuden des Paradieses. Da gibt es schattige Gärten voll köstlicherFrüchte und kühlender Gewässer, und 72 ewig schöne Jungsrauenwerden jedem zu teil. Genaues Einhaken der vorgeschriebenenGebete, Waschungen und Fasten, Wallfahrten und Almosengebenführen dazu; aber verdienstlicher als alles, besser als 70 Jahre zu Hausezu beten, ist es, den Glauben mit dem Schwerte auszubreiten. DieUngläubigen fahren zur Hölle. Des Menschen Schicksal ist von Gottvorherbestimmt. Wer daher sterben muß, stirbt, wo es auch sei; wernicht, der bleibt unversehrt mitten im wildesten Schlachtengetümmel.Das ist der Islam (d.h.der Glaube), welcher die feurigen Söhne derWüste mit todesverachtendem Kampfesmute erfüllte. — Nach desPropheten Tod traten seine nächsten Jünger unter dem Titel vonKalifen (d. i. Stellvertreter) an seine Stelle, zuerst sein Schwieger-vater Abubekr, der den Koran sammelte, dann der tatkräftige O mar,welcher den Islam zur Weltmacht erhob. Mährend Omar selberzu Medina im Gebete verharrte, drangen die von ihm ausgesandtenFeldherren unwiderstehlich in die großen Nachbarreiche der Byzan-tiner und Perser ein. Binnen zwei Jahrzehnten entrissendie Araber in gewaltigen Kämpfen den Oströmern Syrien, Palä-stina, Aegyp t e n*) und bereiteten dem S a s s anidenreiche inIran ein Ende. Nach dem Gebote Mohammeds wurden in deneroberten Ländern allen, die zum Islam übertraten, gleiche Rechtemit den Eroberern gegeben; Christen und Juden dursten gegen Ent-richtung hoher Steuern bei ihrem Glauben verbleiben, das Heidentumdagegen wurde als Götzendienst schonungslos ausgerottet.

3. Schlachten bei Leres (711) und Poitiers (732). Be-lagerung von Konstantinopel (718). — Bald wurde indes dasneugegründete Acaberreich durch schwere innere Unruhen erschüttert.Als A l i, der Gemahl der Lieblingstochter Mohammeds, zum Kalifenerhoben wurde, weigerte sich der Statthalter von Syrien, Moa-w ij a, der einer vornehmen mekkanischen Familie, den Omaijadenentstammte, ihn anzuerkennen, und ließ sich selber zum Kalifen aus-

*) Die Erzählung, daß Omar befohlen habe, die berühmte Biblio-thek in Alexandrien zu verbrennen, ist eine späte Erfindung; dieselbe fielschon zu Theodosius Zeit dem Fanatismus christlicher Mönche zum Opfer.