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IV. Das Wiedererwachen des Altertums.
eurckchscdt, Die Kultur der Renaissance in Italien, 2 Bde, voigt, Die Wieder-belebung des klassischen Altertums, 2 Bde, Seiger, Renaissance und Humanismus inItalien und Deutschland (Oncken), Zwiedineck - 5üdenhorst, Benedig als Weltmacht und Welt-stadt, stegck, Florenz und die Mediceer, van der linde, Gutenberg, Geschichte und Erdich-tung, Derselbe, Geschichte der Erfindung der Bnchdruckcrkunst, 3 Bde, Illeisner und Luther,Die Erfindung der Buchdruckerkunst. lorcfi, Handbuch der Geschichte der Bnchdruckcrkunst,2 Bde.
1. Italien im 14. und 15. Jahrhundert. — Jahrhundertevor der Schweiz hatte sich Italien von deutschen Reiche losgemacht.Aber ungleich der Eidgenossenschaft zerstoben die Bünde der italieni-schen Städte, sobald sie ihren Heldenkampf gegen die Hohenstaufenausgekämpft hatten. Das war das Unglück der Halbinsel, die dadurchin einen Zustand geriet, der an den des alten Griechenland er-innert. Jede Stadt wollte nur ihrem Willen folgen, unbekümmertum die übrigen, eine war auf die andere eifersüchtig, und in unauf-hörlichen Fehden suchten die stärkeren die schwächeren zu vernichten oderzu unterjochen. Dabei ertönten noch immer die Parteinamen derGneisen und Ghibellinen, obschon sie ihre alte Bedeutung längstverloren hatten. Die einzelnen Städte waren selber wieder in sichgespalten durch wilde Parteikämpfe zwischen den alten, vornehmenGeschlechtern, die das Regiment allein in den Händen haben wollten,und dem geringern Volke, das auch Anteil daran begehrte. Wie einstin Griechenland, benutzten verwegene Parteiführer die Verwirrung,um sich zu Alleinherrschern auszuwerfen. Wen Volksschmeicheleinicht ans Ziel führte, der half sich durch Gift und Dolch, Söldner-banden und blutige Grausamkeit, wie es eben ging. Beinahe alleStädte Italiens wurden zuletzt die Beute solcher Tyrannen. Soauch das freiheitsstolze Mailand, dessen Gewaltherrscher aus den Ge-schlechtern derVisconti und Sforzaan Greueltaten mit Caligulaund Nero wetteiferten. Aus dem allgemeinen Wirrwarr gingenzuletzt Mailand mit der Lombardei als Untertanenland, Venedigals Gebieterin Venetiens und Florenz als diejenige Toscanashervor. Diese drei Städte nebst dem Kirchenstaate und Neapelbildeten die fünf italienischen Hauptstaaten, von denen jeder demandern furchtbar, aber keiner stark genug war, um die Halbinsel vorden Fremden zu schützen. Daher wurde Italien gegen Ende des