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Bilder aus der Weltgeschichte : ein Lehr- und Lesebuch für Gymnasien, Lehrerseminarien und andere höhere Schulen, sowie zum Selbstunterrichte / Wilhelm Oechsli
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der versengten Tropenzone mit einem Male. Der Tauschhandel mitden Eingeborenen und leider auch der Menschenraub, womit der scheuß-liche Negerhandel seinen Anfang nahm, machten diese Entdeckungs-fahrten bald zum einträglichen Geschäfte, zu dem sich Leute in Mengedrängten. So erlebte es Prinz Heinrich noch, daß seine Schiffe bisnach Guinea kamen. Durch ihn waren die Portugiesen das uner-schrockenste Seevolk der Welt geworden, und nicht mit Unrecht hatihn deshalb die Nachwelt mit dem Beinamen des S e e s ah r e r s ge-ehrt, obschon er nie persönlich an den von ihm ins Werk gesetzten Fahrtenteilnahm.

4. Bartholomäus Dias (1487) und Vasco da Gama (1498). Nach Heinrichs Tode stockten die portugiesischen Entdeckungen eineWeile, bis der energische König Johann II. sie mit Eifer wieder auf-nahm. Das Zurückweichen der Küste im Golf von Guinea erweckte dieHoffnung, das Südende Afrikas und damit den Weg nach Indien zufinden. Wirklich umsegelte der vom König entsandte BartholomäusDias 1487 auf hoher See, ohne es anfänglich zu merken, die Südspitzedes Erdteils und gelangte bis zur Algoabai im Osten des heutigen Kap-landes. Nur der Widerstand der Mannschaft hinderte den trefflichenMann an der Weiterfahrt nach Indien; voller Schmerz trat er denRückweg an und erblickte jetzt erst das Vorgebirge, das er des davor aus-gestandenen Ungemachs wegen das stürmische, König Johann abernach seiner Rückkehr bezeichnend das Kap der guten Hoffnungnannte. Johanns Tod unterbrach für eine Weile die Fahrten. Erstzehn Jahre nach der Entdeckung des Dias sandte der neue König Ema-nuel der Glückliche drei Schiffe unter Vasco da Gama aus, umjene weiter zu verfolgen. Unter vielen Widerwärtigkeiten, im Kampfegegen Stürme und Meutereien, gelangte dieser an die Ostküste Afrikas.Hier wurde er vom Sultan von Malind a (nördlich von Sansibar) gast-lich aufgenommen und empfing von ihm einen Lotsen, der ihn querüber den Ozean nach Kalikut führte, damals einer der ersten SeestädteIndiens. Das große Ziel war endlich erreicht, und verwundert schautendie Portugiesen den blühenden Zustand des reichen Landes. Aber ihreHoffnungen, daselbst friedliche Handelsbeziehungen anzuknüpfen, schlu-gen fehl. Die in Kalikut anwesenden Araber, die sich von dem Erscheinen