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Bilder aus der Weltgeschichte : ein Lehr- und Lesebuch für Gymnasien, Lehrerseminarien und andere höhere Schulen, sowie zum Selbstunterrichte / Wilhelm Oechsli
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IIl. Martin Luther.

kskike, Teutsche Geschichte im Zeitalter der Reformation, 6 Bde. tzäusser, Geschichtedes Zeitalters der Reformation, kgeUisaf, Deutsche Geschichte im Zeitalter der Reformation.Derselbe, Teutsche Geschichte im 16. Jahrhundert, o. Lerold, Geschichte der deutschen Refor-mation (Dicken). Xveftttn, Martin Luther, sein Leben und seine Schriften, 2 Bde. tenr,Martin Luther. Kolde, Martin Luther, 2 Bde. Derselbe, Luthers Leben. Hausrat!), LuthersLeben. 2 Bde. Laumgarten, Geschichte Karls V., 3 Bde. Eignet, Hivalite äe k^ran^ois I et äe(^k 2 rles-()uint, 2 Bde.; derselbe, Lksrles-Huint, son Lbckication, son sejour et ss mort sumonastere äe Vouste. ssnssen, Geschichte des deuischen Volkes seit dem Ausgange desMittelalters. 8 Bde. (vom ultramontan-katholischen Standpunkt aus.)

1. Reuchlin und die Kölner (15101520).Mit der jugend-lichen Tatkraft des Zeitalters befand sich der Zustand derKirche in schreiendem Widersprüche, um so mehr, als diese bei allerinneren Verderbtheit äußerlich noch immer mächtig genug war, umjeden freieren Geist zu vernichten. Als ein getaufter Kölner Jude,namens Pfefferkorn, bei Kaiser Maximilian den Befehl auszu-wirken suchte, daß alle hebräischen Bücher mit Ausnahme der Bibelverbrannt werden müßten, und der große Gelehrte Reuchlin, vomKaiser um ein Gutachten gebeten, sich im Interesse der Wissenschaftdagegen aussprach, verklagten ihn die Professoren der Kölner Hoch-schule, meist Dominikanermönche, als Ketzer und verbrannten seineSchriften. Die Theologen anderer Hochschulen unterstützten die Kölner,ein langwieriger Prozeß entspann sich, der zuletzt insofern zu Un-gunsten Reuchlins ausfiel, als ihn der Papst zu ewigem Stillschweigenverdammte und zu den Prozeßkosten verurteilte. Aber inzwischenhatten die Gebildeten aller Länder für ihn gegen die Kölner Ketzer-richter Partei ergriffen, und ein Kreis witziger deutscher Humanisten,zu dem auch Ulrich von Hütten gehörte, hatte den Anlaß benutzt,um erdichteteBriefe der Dunkelmänner" (epistolae obscurorumviroruin) herauszugeben, worin das barbarische Latein und die roheGedankenwelt der Mönche aufs köstlichste nachgeahmt waren und ihrebodenlose Dummheit und Gemeinheit der ganzen Welt zum Gelächterpreisgegeben wurde. Noch war dieser Handel nicht zu Ende, als sichin Deutschland ein anderer Streit erhob, der von welterschütterndenFolgen sein sollte.

2. Julius II. und Leo X. Die nächsten Nachfolger Papst Alex-anders XI. waren hoch bedeutende, kunstsinnige Männer, die Romzum Hauptsitz der Architektur, Bildhauerei und Malerei erhoben,