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Bilder aus der Weltgeschichte : ein Lehr- und Lesebuch für Gymnasien, Lehrerseminarien und andere höhere Schulen, sowie zum Selbstunterrichte / Wilhelm Oechsli
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Sinnen und Trachten darauf, Italien von denBarbaren", wie erdie Franzosen nannte, zu befreien. Er versicherte sich zu diesem Zweckeder Hilfe der berühmtesten Krieger Europas, der Schweizer, dieseine Erwartungen erfüllten und die Franzosen durch den glorreichenSieg von Novara (1513) aus der Lombardei hinausschlugen. Lud-wigs Nachfolger, der jugendliche, nach ritterlichen Taten gelüstendeFranzI., zog jedoch zwei Jahre später wieder mit gewaltiger Heeres-macht über die Alpen. Einen Teil der Schweizer, welche die Lombardeibeschützen sollten, bewog er durch Versprechungen zum Abzug und dieübrigen besiegte er, dank seiner Übermacht und venetianischer Hilfe, inder zweitägigenRiesenschlacht" von Marignano (1515). Damitschien Mailand sein; denn das Geld und die ehrenvollen Friedensan-träge des Königs bewirkten, daß die Schweizer auf eine Rache fürMarignano verzichteten und Frieden und bald darauf Bündnis mitihm schlössen.

2. Krieg zwischen Franz!, und Karl V. (152129). DieTürken vor Wien (1529). Dafür erstand Franz I. ein furchtbarerNebenbuhler in Karl V., in welchem das Kaisertum noch einmal imalten Glänze erschien, weil er schon durch seine ererbten Kronen alleinder mächtigste Fürst Europas war. Das Haus Habsburg war nämlichdurch zwei aufeinander folgende Heiraten*) in den Besitz des halbenAbendlandes gekommen. Maximilian von Oesterreich hatte sichmit Maria von Burgund, der Erbtochter Karls des Kühnen, ver-mählt und von ihr einen Sohn erhalten Philipp, der sich wiederummit Johanna, der Tochter und Erbin Ferdinands von Aragon undJsabellas von Kastilien, verheiratete. Als erstgeborener Sohn Philippsund Johannas vereinte nun Karl V. mit der Kaiserkrone sowohl denBesitz der österreichischen Erbstaaten, als auch den der ehemalsvon Karl dem Kühnen beherrschten Niederlande und der Freigraf-schaft, sowie denjenigen Spaniens, Neapels und der neuen Welt.Seit Karl dem Großen hatte die Welt kein Reich mehr gesehen wie dasKarls V., des Königs von Spanien und römischen Kaisers. Rastlos

*) Daher der Vers:Hella gsrant slii, tu ksllx ^ustria nube".Oestreich, beglücktes, was andre im Krieg, erwirbst du durch Heirat".