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Bilder aus der Weltgeschichte : ein Lehr- und Lesebuch für Gymnasien, Lehrerseminarien und andere höhere Schulen, sowie zum Selbstunterrichte / Wilhelm Oechsli
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kerung wurde unter die Waffen gerufen und eine Menge Kauffahrerin Kriegsschiffe verwandelt. Zum ersten Male zeigte sich jetzt dieunübertreffliche Geschicklichkeit der Engländer zur See. Währendihre natürlichen Verbündeten, die Holländer, den Herzog voi: Parmabewachten, um ihn an Auslaufen zu verhindern, griffen sie unver-zagt die Spanier an, als diese im Kanal erschienen, und richteten,befehligt von Führern wie Träte, in einer Reihe von Seegefechtenmit ihren kleinen, aber beweglichen Fahrzeugen unter den unbehilf-lichen Kolossen der Armada solche Verwirrung an, daß der Befehls-haber derselben weder an eine Landung, noch auch nur an die Rück-kehr durch den Kanal zu denken wagte) sondern den Weg nach derHeimat um Schottland herum zu gewinnen suchte. Dort, zwischenden Felseneilanden im Norden Britanniens, vollendeten Stürmedie Vernichtung derunüberwindlichen" Flotte, von der nur nochTrümmer heimkehrten. 72 große Kriegsschiffe, 20,000 Menschen-leben hatten die Spanier verloren. So war dieser furchtbare An-griff, an dem Philipp während fünf Jahren gearbeitet und der ihnnahezu eine halbe Milliarde heutigen Geldwertes gekostet hatte, binnenwenigen Tagen zu Schanden geworden.

7. Die Holländer in Indien. Ende des Unabhängig-keitskrieges (1609). Die Niederländer frohlockten über den SiegElisabeths, als wäre es ihr eigener. Einige Jahre später starb ihrgefährlichster Feind, der Herzog von Parma, nachdem er der spanischenMonarchie die südlichen Landschaften gerettet, die nun als Belgieneiner gesonderten Bestimmung entgegengingen. Wenn es ihm nichtgelungen war, seine Aufgabe zu vollenden, so war das größtenteilsPhilipps eigene Schuld, den das Scheitern seiner Absichten auf Eng-land nicht abhielt, sich in die Bürgerkriege Frankreichs zu mischen,und der Farnese wider dessen Willen zwang, zweimal mit seinen bestenTruppen die Niederlande zu verlassen und gegen Heinrich IV. in Frank-reich zu ziehen. Die Holländer dagegen fanden an Moritz von Ora-nien, dem Sohne ihres Befreiers, wieder einen Führer von aus-nehmender kriegerischer Tüchtigkeit, der die Nordprovinzen voll-kommen befreite und selbst einiges vom Süden zurückeroberte. Diegrößten Verluste aber erlitt Spanien zur See. Unaufhörlich kreuzten