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3. Der Krieg der drei Heinriche (1585—89). — Nunherrschtelängere Zeit Friede, bis der jüngere Bruder Heinrichs III. starb. Einunheimliches Geschick waltete über Katharinas Söhnen; das war derdritte, der vorzeitig und ohne Erben zu hinterlassen, ins Grab sank.Da auch Heinrich III. in kinderloser Ehe lebte, so stand das Aussterbender Valois in sicherer Aussicht, und Heinrich von Navarra besaß alsnächster Verwandter Anspruch auf den Thron. Schon der bloße Ge-danke, ein Hugenotte könnte König von Frankreich werden, reichte hin,umdie Katholiken zum Aufruhr zu entflammen. Heinrich vonGuise,der Held der Bartholomäusnacht, stiftete auf seinem Schlosse zu Join-ville mit seinen Brüdern und anderen Großen des Reiches unter demSegen des Papstes einen Bund mit Philipp II. von Spanien, dersich die Verhinderung der Thronfolge Navarras und die Vernichtungder Ketzer zum Ziele setzte. Jedermann ward zum Beitritt zu dieser„heiligen Ligue" eingeladen; der katholische Adel, eine Menge vonStädten, Paris voran, folgten dem Rufe, und der König, ein elenderWüstling, ließ sich zu erneutem Kampfe gegen die Hugenotten zwingen.So entbrannte der „Krieg der drei Heinriche". Heinrich vonGuise gebärdete sich, als ob er der Herr Frankreichs wäre, undhielt den König gleichsam gefangen, bis ihn dieser meuchlings um-bringen ließ. Jetzt wandte die Ligue, an deren Spitze ein Bruder desErmordeten, der Herzog von Mayenne, trat, voll Wut ihre Waffengegen den König selber, dem nichts übrig blieb, als sich Heinrich vonNavarra in die Arme zu werfen. Eben wollte er mit diesem vereintdie Belagerung von Paris beginnen, als auch ihn der Dolch einesMörders traf, des Mönches Jakob Element. Sterbend anerkannteHeinrich III. Heinrich von Navarra als seinen rechtmäßigen Nach-folger.
4. Heinrich IV. (1589—1610.) Edikt von Nantes (1598). —Mit Heinrich IV. kam das Haus Bourbon auf den französischenThron. Zunächst besaß der neue König freilich nicht viel mehr als denTitel seiner Würde, denn die große Mehrheit der Franzosen wolltevon ihm als einem Ketzer nichts wissen. Er war zwar ein trefflicherFeldherr und erfocht einen glänzenden Sieg über die Ligue beiIvryin der Normandie, wo man seinen weißen Helmbusch im dichtesten
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