214
III. Der dreißigjährige Krieg.
ksnke, Zur deutschen Geschichte vorn Relitzionsfrieden bis zum dreißigjährigen Kriege.Derselbe. Geschichte Wallensteins. Mlter, Deutsche Geschickte im Zeitalter der Gegenrefor-mation und des dreißigjährigen Krieges. 3 Bde. öindellj, Geschichte des dreibi jährigenKrieges, 4 Bde. Derselbe, Waldstein während seines ersten Generalats. p.8chweirer, Die Wallen-steinfrage in der Geschichte und im Drama. Winter, Geschichte des dreißigiälirigen Krieges(Oniken). Dropsen, Das Zeitalter des dreißigjährigen Krieges (Oncken). Derselbe, GustavAdolf, 2 Bde. Derselbe, Herzog Bernhard von Weimar. 2 Bde. 8chulr, Wollenstem unddie Zeit des dreißigjährigen Krieges. 6. fre^tag, Aus dem Jahrhundert des großen Krieges(Bilder aus der deutschen Vergangenheit, Bd. III).
1. Das Vorspiel (1607—17). — Seit dem Augsburger Reli-gionsfrieden hatte Deutschland eine erträgliche Ruhe genossen, dadie deutschen Habsburger lange Zeit sich weit duldsamer zeigten alsihre Verwandten in Spanien. Karls V. Bruder, Ferdinand l.,war durch herbe Erfahrungen milde und versöhnlich geworden, undsein Sohn Maximilian II. (1564—76) ließ es ruhig geschehen, daßder Protestantismus sich selbst der österreichischen Erblande bemächtigteund den alten Glauben fast ganz daraus verdrängte. Wenn Max-imilian, ein Mann vom Schlage Heinrichs IV., nicht offen zur Refor-mation übertrat, so trug das widerliche Gezänk ihrer Anhänger unter-einander die Hauptschuld daran; wurden doch im lutherischen Sachsendie vom „calvinischen Teufel" Besessenen eingekerkert, gefoltert undselbst hingerichtet. Anders wurde es mit Maximilians Sohn Ru-dolf II., der am spanischen Hofe zum willenlosen Werkzeug der Je-suiten erzogen worden war und dem Protestantismus im eigenenLande wie im Reiche sich äußerst feindselig zeigte. Doch hätte dieserträge, geistesschwache Kaiser ihm wenig Gefahr gebracht, wenn esnicht den tatkräftigen Herzog MaximilianvonBayern gelüstethätte, in Deutschland die Rolle der Guisen zu spielen. Den Anfangmachte der Herzog 1607 mit einem Gewaltstreich gegen die lutherischeReichsstadt Donauwörth. Weil in dieser eine katholische Prozessiongestört worden war, überfiel er sie im Namen des Kaisers, der die Achtüber sie aussprach, mit einem Heere, behielt sie als Ersatz für die Kriegs-kosten und unterdrückte zugleich ihren Glauben und ihre Freiheit. Diesefreche Vergewaltigung einer freien evangelischen Reichsstadt schrecktedie Protestanten aus ihrer Sicherheit auf, und ein Teil derselben schloßunter dem Vortritt des reformierten Kurfürsten von der Pfalzeinen Berteidigungsbund, die „p r o t e st an t i s ch eU ni o n", worauf