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strömten Jesuiten und Mönche in Scharen herbei, und wo ihr Zuredennichts fruchtete, vollbrachten Banden entmenschter Söldner, die manden Hartnäckigen ins Haus legte, die Bekehrung. So wurde derkatholischen Kirche der Triumph zu teil, Hussens Heimat in ihren Schoßzurückgeführt zu sehen. Ähnlich erging es den übrigen österreichischenLanden; nur in Ungarn vermochte sich der Protestantismus vor völligerVernichtung zu bewahren.
3. Der Krieg in der Pfalz (1621—23). — Dieser böhmischeAufstand sollte aber nur der Anfang eines ganz Deutschland ergreifendenBrandes sein, den die Rachgier Ferdinands II. und der Ehrgeiz desHerzogs von Bayern zu entzünden geschäftig waren. Es galt jetzt,dem geflohenen „Winterkönig" sein Stammland, die Pfalz, wegzu-nehmen, da der Kaiser seinem Freunde Max die pfälzische Kurwürdeals Lohn für seine Hilfe versprochen hatte. Friedrich wurde geächtet,und die protestantische Union, statt sich für ihren Bundesgenossenzu rühren, löste sich, geschreckt durch das Heer der Liga, völlig auf.Nur zwei Glücksritter, Ernst von Mansfeld und Christian vonBraunschweig, denen sich der Markgraf von Baden zugesellte,unternahmen es, teils aus Liebe zur protestantischen Sache, teils ausNeigung zum Soldatenhandwerk, mit geworbenen Banden die Pfalzzu beschützen. Aber Lilly, durch spanische Truppen verstärkt, schlugsie in mehreren Schlachten. Heidelberg, die Residenz des Kurfürsten,wurde erstürmt und geplündert und hierauf Max von Ferdinand II.feierlich mit der pfälzischen Kurwürde belehnt. Auch da wurde dieBekehrung zum Katholizismus ins Werk gesetzt und gleichsam zumZeichen derselben die berühmte Bibliothek der Heidelberger Hoch-schule auf 50 Lastwagen als Geschenk dem Papste nach Romgesandt.
4. Der niedersächsisch-dänische Krieg. Wald st ein(1623—29). — Immer deutlicher traten die Absichten des Kaisersund der Liga hervor. Lilly hatte Mansfeld und Braunschweig bisnach Westfalen verfolgt. Statt nach ihrer Vertreibung seine Truppenzurückzuziehen, begann er hier den Protestanten Kirchen wegzunehmen,die Jesuiten einzuführen und jene sonst auf alle Weise zu bedrücken.Da rüsteten sich die Fürsten und Städte Ni e d e r s a ch s e n s, wie man