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Bilder aus der Weltgeschichte : ein Lehr- und Lesebuch für Gymnasien, Lehrerseminarien und andere höhere Schulen, sowie zum Selbstunterrichte / Wilhelm Oechsli
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Hafen zum andern, aber niemand wollte ihnen die Landung gestatten,bis sich Choiseul der Vater erbarmte und ihnen Korsika zum Aufenthaltanwies.

3. Die Aufhebung des Jesuitenordens durch Cle-mens XIV. (1773). Dem Beispiele Spaniens folgten die vonspanischen Prinzen beherrschten Staaten Neapel und Parma, dannauch Venedig, Modena und selbst Bayern. Nun vereinigten sichdie Bourbonen in Frankreich, Spanien und Neapel und verlangtenvon dem neu erwählten Papste Clemens XIV. oder Ganganelli,wie sein eigentlicher Name lautete, einem toleranten und selbst vonder Aufklärung angesteckten Manne, die förmliche Aufhebung desOrdens. Der Papst'widerstrebte, wie er selber sagte, aus Furcht vordem Gifte der Jesuiten. Als aber selbst die Kaiserin Maria Theresiaihre Zustimmung erklärte, gab er nach und hob 1773 den Orden auf,weil er den Frieden der christlichen Republik gestört habe. EinigeMonate darauf starb Clemens XIV. unter allen Anzeichen einer Ver-giftung, sei es am Gift der Jesuiten, wie sein eigener Nachfolger Plus VI.glaubte, sei es durch Mißbrauch von Gegengiften, die er aus Furchteinnahm, wie die Gesandten der Mächte erklärten.

4. Ausgang der Reformbestrebungen in Portugal undSpanien. So segensreich die Bemühungen Pombals und Karls III.für den Augenblick wirkten, so wenig war der Erfolg von Dauer. DerMangel des aufgeklärten Despotismus war, daß er alles allein über-schauen und wissen, in alles hineinregieren, gleichsam die Vorsehungspielen wollte und dadurch dem Volke als unerträgliche Tyranneierschien. Da Pombal z. B. fand, es werde im Lande zu viel Weingepflanzt und zu wenig Getreide, ließ er ohne weiteres den Bauerndie Weinberge zerstören, auf denen ihr Wohlstand beruhte. Von Volk,Adel und Geistlichkeit gleich gehaßt, wurde er beim Tode König Josephsgestürzt und entging mit genauer Not einer Anklage; Portugal abersank in seine alte Erstarrung zurück. Wenn ein Volk durch eine ein-sichtige Regierung ohne sein Zutun aufgeklärt werden könnte, hättedies durch Karl III. geschehen müssen. Kaum hatte jedoch dieser dieAugen geschlossen, so stellte sein Nachfolger Karl IV., ein elenderSchwächling von der Art Philipps III. und IV., unter dem Jubel

Oechsli, Bild-r II und III. 1. )9