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Leute in Menge drängten. Sv erlebte es Prinz Heinrich noch, daß seineSchiffe bis nach Guinea kamen. Durch ihn waren die Portugiesen dasunerschrockenste Seevolk der Welt geworden, und nicht mit Unrecht hatihn deshalb die Nachwelt mit dem Beinamen des Seefahrers geehrt,obschon er nie persönlich an den von ihm ins Werk gesetzten Fahrtenteilnahm.
4. Bartholomäus Dias(1487)und Vasco da Gama(1498).— Nach Heinrichs Tode stockten die portugiesischen Entdeckungen eineWeile, bis sein Großneffe, der energische König Johann II., sie mitEifer wieder aufnahm. Das Zurückweichen der Küste im Golf vonGuinea erweckte die Hoffnung, das Südende Afrikas und damit denWeg nach Indien zu finden. Wirklich umsegelte der vom König ent-sandte Bartholomäus Dias 1487 auf hoher See, ohne es anfäng-lich zu nterken, die Südspitze des Erdteils und gelangte bis zur Algoa-bai im Osten des heutigen Kaplandes. Nur der Widerstand der Mann-schaft hinderte den trefflichen Mann an der Weiterfahrt nach Indien;voller Schmerz trat er den Rückweg an und erblickte jetzt erst das Vor-gebirge, das er des davor ausgestandenen Ungemachs wegen das stür-mische, König Johann aber nach seiner Rückkehr bezeichnend das Kapder guten Hoffnung nannte. Johanns Tod unterbrach für eineWeile die Fahrten. Erst zehn Jahre nach der Entdeckung des Diassandte der neue König Emanuelder Glückliche drei Schiffe unterVasco da Gama aus, um jene weiter zu verfolgen. Unter vielenWiderwärtigkeiten, im Kampfe gegen Stürme und Meutereien, gelangtedieser an die Ostküste Afrikas. Hier wurde er vom Sultan von Ma-linda (nördlich von Sansibar) gastlich aufgenommen und empfing vonihm einen Lotsen, der ihn quer über den Ozean nach Kalikut führte,damals einer der ersten Seestädte Indiens. Das große Ziel war endlicherreicht, und verwundert schauten die Portugiesen den blühenden Zu-stand des reichen Landes. Aber ihre Hoffnungen, daselbst friedlicheHandelsbeziehungen anzuknüpfen, schlugen fehl. Die in Kalikut anwesen-den Araber, die sich von dem Erscheinen der Fremdlinge in diesenGewässern nichts Gutes für ihren Handel weissagten, wußten den Be-herrscher der Stadt gegen sie einzunehmen, so daß Gama mit Müheseinen Nachstellungen entging. Besseren Empfang fand er in anderen