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Bilder aus der Welt- und Schweizergeschichte : zur Lust und Lehr der Jugend / Jakob Grunder, Hans Brugger
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Bilder aus dem Mittclalter.

2. Wie das KlosterSt. Kasteneingerichtet war.

Zur Kirche, wo die Gebeine des heiligen Gallusruhten, wallfahrteten so viele Gläubige, daß AbtOthmar beschloß, hier ein Kloster zu gründen.Seine Mönche gehörten zum Benediktiner-orden, der in ganz Europa viel Gutes stiftete. Im Mittelpunkt derKlosteranlage stand die Paulus kirche. An diese angebaut, erhob sichim Rechteck um den Klosterhof herum ein steinerner Bau für die Mönche.Um den Hof lief eine Säulenhalle, der Kreuz gang. Zum Kloster ge-hörten das Wohn- und Schlafhaus, der Speisesaal nebst Küche undKellerraum. Viele Nebengebäude reihten sich an, z. B. das Krankenhaus;(denn nur in Klöstern gab es damals Spitäler), dann eine Herberge fürdie Armen, nebst einer andern für vornehme Gäste, und die Kloster-schule unweit der Ablswohuung. Die Mönche mußten für jedes Bedürf-nis selber sorgen. Daher gab es auch eine Mühle, eine Bäckerei, eineBrauerei, eine Fruchtdörre, ferner Werkstätten für Schreiner, Schuster,Schmiede und Sattler, auch Speicher, Scheunen, Stallungen für allerleiVieh und Hühnerhöfe, daneben Wohnungen für ein zahlreiches Gesinde.Der große Gemüsegarten lieferte Kohl, Zwiebeln, Sellerie, Rettige undKnoblauch. Neben dem Spital lagen ein Garten mit Heilkraut und einFriedhof. Es waren insgesamt gegen 30—40 Firsten, „ein Wabenbaufleißiger Bienen".

3. Wom Klosterkekenin St. Kasten.

Die Benediktinerregel befahl: „Bete und arbeite!"Um 2 Uhr morgens rief die helle Klosterglvcke, ge-läutet von des Abts eigener Hand, zur ersten An-dacht. Schweigsam erhoben sich die Mönche im Schlafhause Vvm schlichtenLager und gingen in die Kirche. Dieser Andacht folgten den Tag übernoch sechs andere (die sieben Zeiten). Dann versammelten sich alle Möncheim Kapitelsaal. Hier lasen sie gemeinsam einige Kapitel aus heiligenBüchern und besprachen allerhand Klvsterangelegenheiten; auch kam esvor, daß hier schuldige Brüder bestraft wurden, wobei Rutenstreichenichts Seltenes waren. Nachher ging jeder an seine Arbeit, sei es inder Schule oder in Wald und Feld, im Garten oder in der Hofstatt,auf Bauplätzen und in Werkstätten, in Küche und Keller, Bäckerei undBrauerei. Einer bereitete in der Apotheke Salben und Getränke ausheilsamen Kräutern. Einige gingen in den Schreibsaal und schrieben aufPergament Bücher ab. Ihre schöne, sorgfältige Schrift, die prachtvollenAnfangsbuchstaben der einzelnen Abschnitte, die feinen Einbände ausElfenbein, Leder oder Holz erregen noch heute unsere Bewunderung.Wieder andere schnitzten aus Holz herrliche Chorstühle oder gössen ausEdelmetall Leuchter, Schalen und andere Kirchengeräte. Die kahlenWände von Kirche und Kloster verzierten sie mit kostbaren Malereien.Öfters verreisten Mönche, um Aufträge ihres Abts zu überbringen.Andere besuchten und trösteten die Armen und Kranken. Das besteKleinod des Klosters war seine Schule. Man unterschied eine innereund eine äußere Klosterschule. Die eine erzog junge Mönche, die