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Bilder aus der Welt- und Schweizergeschichte : zur Lust und Lehr der Jugend / Jakob Grunder, Hans Brugger
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Bilder aus dem Mittelaltcr.

den die Italiener seines rotblonden Barts wegen Barbarossa nannten.Er opferte Tausende von Rittern und Knechten, um Italien beimReich zu behalten. Die Südflur wurde ein Grab der Deutschen.In der lombardischen Ebene war eine Menge von Städtenaufgeblüht. Ihre freigesinnten Bürger wollten sich dem kaiserlichenBefehl nicht fügen. Die stolzeste dieser Städte war Mailand.Zweimal mußte er es belagern und einnehmen. Zornentbrannt befahler den Mailändern, sich außerhalb der Stadt in 4 bäuerlichen Fleckenanzusiedeln. Er ließ Mailand zerstören. Dieses Uebermaß von Strengetrug ihm schlimme Frucht. Von den Beamten Barbarossas hart be-drückt, erhoben sich die Lombarden im Bunde mit Papst Alexandervon neuem. Sie wagten es, Mailand wieder aufzubauen und oben-drein eine Festung zu errichten, die sie dem Papst zu Ehren Ales-sandria nannten. Friedrich konnte sie nicht einnehmen und unter-lag den Lombarden bei Legnano (1176). Dies geschah, weil ihn seinmächtigster Gefolgsmann, der Welse Heinrich der Löwe, im Stichegelassen. Dieser Welse war Herzog über Bayern und Sachsen. Friedrichmußte den Papst um Frieden bitten; dieser söhnte ihn dann mit denStädten aus. Der erzürnte Kaiser strafte nun Heinrich den Löwenund nahm ihm seine Herzogtümer. Bayern übertrug er Otto vonWittelsbach, dessen Nachkommen noch heute über dieses Land regieren.Barbarossa war ein hochangesehener Kaiser. Sein Leben beschloß ermit einer Heerfahrt nach dem heiligen Lande. Im Süden Kleinasienswollte der rüstige Greis über einen Bergstrom setzen. Der riß ihnfort, und er ertrank 1190. Barbarossas Enkel, Friedrich II., war derletzte der großen Staufenkaiser. Er liebte den Süden, wo er geborenund erzogen worden. Er kam selten nach Deutschland und ließ sichhier durch seine Söhne vertreten, zuerst durch Heinrich, dann, alsdieser ihm ungehorsam wurde, durch Konrad. Er verkaufte vieleseinerKönigsrechte. Bern und Lübeck machte er zu freien Reichs-städten. Auch er rang in gewaltigem Kampf mit dem Papsttum,das sich wieder mit den lombardischen Städten verbündete. Er machtesich nichts aus dem päpstlichen Bannfluch und blieb aufrecht bis ansein Ende 1250. Nach seinem Tod begann in Deutschland diekaiserlose Zeit, die bis 1273 andauerte.

Vergl. Leseb. 1 . Bd., S. 411 „Die Weiber von Weinsberg", 413 „Schwäbische Kunde", 414„Friedrich Rotbart". 3. Bd., S. 151 „Die Hunnen- d. h. Uugarnschlacht", S. 882 „Barbarossa".