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Wie Bern und die Eidgenossenschaft gegründet wurden.
weder Erbarmen, nach wußte er, was Vaterliebe vermag. Da spannteTell voll grimmiger Entschlossenheit seine Armbrust. Er unterließ nicht,noch einen zweiten Pfeil zurechtzulegen. Er zielte, schoß und traf denApfel mitten durch. Da rief Geßler schadenfroh: „Ein Meisterschuß!Allein wozu der zweite Pfeil?" „Das ist so Brauch bei den Schützen",entgegnete Tell. „Sag mir die Wahrheit, Tell. Das Leben sichere ich dirzu", rief Geßler. „Nun denn", antwortete dieser, „weil ihr des Lebensmich versichert, so will ich euch die Wahrheit gründlich sagen. Bkit diesemzweiten Pfeil durchschoß ich euch, wenn ich mein liebes Kind getroffenhätte; und eurer wahrlich hätt ich nicht gefehlt!" Da gab der erblei-chende Geßler seinen Knechten Befehl, Tell zu fesseln und auf sein Schiffzu bringen, damit er ihn nach Küß nacht führe. Auf dem See erhobsich ein so fürchterlicher Sturm, daß allen Ruderern das Herz entsank.Weil nun Tell ein guter Schiffer war, ließ der Vogt ihm die Fesselnabnehmen, damit er das Fahrzeug lenke. Tell tat, wie ihm befohlenworden. Er lenkte das Schiff einer Felsen platte zu. Sobald ernahe genug war, ergriff er seine Armbrust und stieß mit kräftigem Trittdas Fahrzeug wieder in den See hinaus. Zugleich sprang er ans Landund war gerettet. Um der Rache des Vogtes zuvorzukommen, ging ernach der hohlen Gasse, wartete, bis Geßler kani, und erschoß ihndort. „Das ist Teils Geschoß!", rief Geßler, vom Pferde sinkend. „Dukennst den Schützen, suche keinen andern. Frei sind die Hütten, sicherist die Unschuld vor dir, du wirst dem Lande nicht mehr schaden!", sprachTell und verschwand.
». Die Vertreibungder Vögte.
Der Neujahrstag 1308 kam und die Burgen svll-: ten fallen. In Unterwalden gab es deren zwei;: Rvtzberg (unweit Stans) hieß die eine, die anderewar die des Landenderg ob Tarnen. Dem Vogt von Landenbergbrachten am Morgen des Neujahrstages die Bauern der Umgegend dieüblichen Geschenke. Die trugen sie an langen Stäben, der eine ein ge-schlachtetes Zicklein, der andere ein Schaf usw. Der Vogt bewillkvmmtesie freundlich am Tor und hieß sie eintreten. Er ging zur Kirche indie Frühmesse. Kaum waren die Männer drinnen, so steckten sie Lanzen-spitzen an ihre Stäbe, überrumpelten die Schloßknechte, nahmen die Burgein und zerstörten sie. Landenberg verließ eilends die Kirche. Er wurdeeingeholt und mußte schworen, niemehr das Land zu betreten. Die BurgRvtzberg nahm Arnold von Bkelchtal ein. Er kannte eine Magd imSchloß ; die zog ihn an einem Seil über die Mauer empor. Er halfdann seinen Kameraden ins Schloß hinein. Sie nahmen den dvr.igcnVogt gefangen und brannten die Burg nieder. Das gleiche taten dieUrner und Schwyzer mit ihren Zwingburgen. Freudenfeuer verkündetenvon Berg zu Berg, daß der Tag der Freiheit angebrochen war.
Aergl. Lefeb. 2. Bd. S. 112 „Einkveihnn» der Tellskopelle", 2. Bd. S. 440 „Teils Tod", 3. Bd.«. 131 „Wilhelm Teil. Aus der Chronik von A. Tschndi", 3. Bd. s. 240 „Rede bei der Einweihn»»de« Telldenkmals."