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Bilder aus der Welt- und Schweizergeschichte : zur Lust und Lehr der Jugend / Jakob Grunder, Hans Brugger
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109
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X. Der Sempacherkricg.

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um die Stadt gehörte alles Land dem Herzog. Es verdroß Leo-pold III. gewaltig, als er vernahm, wie Lnzern eine Menge Bauernaus der Umgegend, ja ganze Dörfer, in sein Bnrgrecht aufnahm.Die Luzerner ihrerseits beklagten sich schwer über den Zoll, den derösterreichische Vogt zu Roten bürg einzog. Seine Feste bewachtedie Handelsstraße, die vom Gotthard nach Basel führte. Ende 1385brach eines Sonntags früh eine Schar junger Luzerner in die Zoll-burg ein und zerstörte sie. Bald darauf legten die Entlebucherdie Vogtbnrg zu Wvlhnsen nieder. Sie sagten sich von einerHerrschaft los, die ihnen gar keinen Schutz gegen die Gugler ge-währt hatte und traten insgesamt in den Schirm Luzerns. Auchdas Städtchen Sempach ließ sich von Lnzern in sein Burgrechtaufnehmen. So gab Lnzern den Anlaß zum entscheidenden Kampfzwischen dem Adel und den Eidgenossen. Herzog Leopold säumtenicht, ein Heer zu rüsten. Lnzern und seine Verbündeten solltenbüßen für allen Schaden, für alle Schmach, die sie seinem Haus undden: gesamten Adel angetan. Wohl waren die Schweizerstädte ver-bündet mit dem schwäbischen Stadt ebund, der auch widerLeopold geschlossen worden. Von dort kam ihnen jedoch keine Hilfe.Entschlossenen Mutes nahmen sie den Kampf allein auf.

Zu Baden und Brugg sammelte Leopold seineReisigen. In hellen Scharen strömten ihm die

2. Leopold III.rüttet sich nnd ziehtnach Sempach 1381».

: Adeligen von allen Seiten zu, aus dem Aar-gau und Thurgan, aus dem Elsaß, Tirol nnd

Schwabenlande. In allen kochte ein grimmiger Haß wider die Eid-genossen, weil sie ihnen so viele Untertanen abtrünnig machten undallein Banernvolk ein Beispiel der Auflehnung gaben. Mehr dennhundert Absagebriefe schickten sie ihnen zu. Auch die vielen Land-städte des Aargaus und Thurgans sandten dem Herzog ihre Mann-schaft. Einen kleinen Trupp schickte Leopold zum Scheinangriff widerZürich. Mit der Hauptmacht zog er die Aare aufwärts nach Zo-fingen, dann über Willi sau, das er niederbrannte, nach Sursee.Der Harst (Streithaufe) der Waldstätte hatte sich zuerst nach Zürichaufgemacht. Sie glaubten, dieses sei zuerst bedroht. Dann vernahmensie, daß der Herzog auf Lnzern losrücke. Eilends kamen sie, umihm den Weg dorthin zu verlegen. In der Frühe des 9. Juli ver-ließ das herzogliche Volk Sursee. Auf der Höhe oberhalb Sempachsah es sich auf einmal den Eidgenossen gegenüber. 1500 Luzerner,