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Bilder aus der Welt- und Schweizergeschichte : zur Lust und Lehr der Jugend / Jakob Grunder, Hans Brugger
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Geschichte der Eidgenossenschaft im 15. Jahrhundert.

die Hilfe des Städtcbunds am Bodensee an. Ans den Torenvon St. Gallen zog im Mai 1403 ein ansehnliches Heer von Reiternund Fußvolk sorglos den Weg nach Speicher hinan. Etwas unter-halb der Vogelinsegg trafen sie eine Letzi. Diese durchbrachensie und stiegen den Hohlweg hinan, den ein dichter Wald umgab.Plötzlich stürmten von oben her und von den Seiten 200 Appenzellerund Schwyzer auf sie ein und jagten sie unter blutigen Verlustennach St. Gallen zurück, das selber im Kampf seinen Bürgermeisterund 13 Mann verlor. Die Stadt schloß nun Frieden und Bündnismit den Appenzellern.

2. Kerzog Iiriedrichhilft dem Avt.

Sie Schlacht am Stoß.Per Mund ov dem See.

Der Abt fand nun einen netten Helfer indem Herzog Friedrich von Österreich. Dieserwollte verhüten, daß in der Bodenseegegendein neuer Volksbund entstehe. Mit denEidgenossen hatte er Frieden. Die Schwyzerdurften ihren Freunden nicht mit offenem Banner zuziehen. Aneinem trüben Junitag 1405 stieg das herzogliche Heer von Altstättenim Rheintal zur appenzellischen Landesmark am Stooß hinan.Der Weg war steil und schlüpfrig. Unterhalb der Paßhöhe warauch eine Letzi gezogen. Die Österreicher hieben sich einen Dnrchpaßund setzten ihren Marsch fort. Jetzt stürzten sich 400 Appenzellerbarfuß, mit geschwungenen Waffen auf ihre Bedränger. Die Feindewichen zur Letzi zurück, wo sich ihr Hanfe staute, da der Dnrchpaßviel zu eng war. Ein Drittel des herzoglichen Heeres kam um, dieandern entflohen. Das war ein Freiheitssieg, der von neuem denHabsburgischen Adel in Trauer versetzte. Friedrich verließ die Gegend,indes die Appenzeller den Rhein überschritten und alle Bauernringsum zur Freiheit aufriefen. Die festesten Burgen ergaben sichihnen, und alle Bauern wollten Appenzeller werden. Es bildete sichein Bund der Landleute „ob dem See". Der Abt selber stellte sichin den Schirm der Appenzeller. Dieser „Bund ob dem See"brach aber schon nach 2 Jahren zusammen wie ein Kartenhaus.Vor Bregenz erlitten die Appenzeller 1403 unerwartet eine Nieder-lage. Sie zogen sich in ihre Berge zurück und begnügten sich damit,daß sie für sich selber die Freiheit dauernd errungen hatten. Von1411 an stand Appenzell im Burg- und Lau brecht mit alleneidgenössischen Orten außer Bern. Den Abt entschädigte es für seinenVerlust durch eine angemessene Loskaufsumme.