Buch 
Bilder aus der Welt- und Schweizergeschichte : zur Lust und Lehr der Jugend / Jakob Grunder, Hans Brugger
Entstehung
Seite
117
JPEG-Download
 

I. Verbündete und Untertanen.

117

3. Kaiser Sigismundund Kerzog Kriedrich.

Sigismund, ein Nachkomme Heinrichs VII.,war der letzte Kaiser vom Hause Luxemburg.Die Schweiz schuldet diesen Luxemburgerngroßen Dank. Als Gegner des Hauses Habsburg waren sie Freundeder Eidgenossen und beschirmten sie in ihren Rechten und Freiheiten.Mit großem Gefolge kam im Juli 1414 der Kaiser Sigismund indie Stadt Bern geritten. Sie bewirtete und beherbergte ihn aufsbeste. Er rühmte später, keine Reichsstadt habe ihm so viel Ehreerwiesen. Er bestätigte feierlich alle Hoheitsrechte, welche sichBern über das Land zu beiden Seiten der Aare erworben hatte.Im nächsten Jahr 1415 hielt Sigismund Reichstag und Kirchen-versammlung (Konzil) in Konstanz ab. Eine Menge von hohenund niedern Geistlichen war da versammelt. Ein arger Riß gingdamals durch die ganze Christenheit, weil es drei Päpste gabund jeder den andern in den Bann tat. Alle drei sollten abgesetztund ein neues, rechtmäßiges Oberhaupt der Kirche vom Konzil ein-gesetzt werden. Unter den deutschen Reichsfürsten, die nach Konstanzkamen, war auch Herzog Friedrich von Österreich. Noch hatteder Stolze seinem Kaiser nicht gehuldigt; da sprach Sigismund dieReichsacht über ihn aus. Alle Nachbarn des Herzogs wurden auf-gefordert, über seine Gebiete herzufallen und sie ihm wegzunehmen.In kurzer Zeit war der Herzog seiner Länder beraubt, darum naunteman ihn den Friedrich mit der leeren Tasche.

k dluch 'zu den Eidgenossen kam die kaiserlicheerobern den Kargan. Mahnung. Sie rührten sich aber nicht.

Vor kurzem hatten sie den Frieden mit

Österreich von neuem verlängert. Sigismund schickte neue Botschaftan sie: Sie seien verpflichtet, dem kaiserlichen Befehl zu gehorchen.Des Kaisers Wort gehe allem andern voran. Sie sollten zugreifen.Was sie erobern, sollten sie auch behalten dürfen. Am ersten rücktennun die Bern er, vereint mit den Bielern und Solothurnern, in denuntern Aargau. Den oberen Aargau hatte Bern vor kurzem durch Kauferworben. Es stand mit einigen aargauischen Städtchen bereits imBurgrecht. Willig ergaben sich Zo fingen, Aarburg, Lenz bürg,Aarau und Brugg den Bernern. In 17 Tagen hatten sie 17Städte und Schlösser eingenommen, den schönsten, fruchtbarsten Teildes Aargaus. Die Zürcher und Luzeruer griffen nun auch zu. Die