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Bilder aus der Welt- und Schweizergeschichte : zur Lust und Lehr der Jugend / Jakob Grunder, Hans Brugger
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118
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118 Geschichte der Eidgenossenschaft im 15. Jahrhundert.

erstern eroberten das Knonauer Amt, die letztern die Landschaftzwischen Sursee, St. Urban und Münster. Zusammen mit denLändern nahmen sie die Städtchen Bremgarten und Mellingen ein.Alle eidgenössischen Orte vereinigten sich dann, um das StädtchenBaden zu belagern. Dort trotzte auf stolzer Höhe der „Stein",das herzogliche Schloß. Die Werner hatten Geschütz mitgebracht undbeschossen die Stadt und die Burg. Nach 14 Tagen ergab sich dieStadt. Länger hielt sich der Stein. Vergeblich spähte der Komman-dant nach Entsatz. Er mußte sich zuletzt ergeben. Die Eidgenossengaben das verhaßte Bollwerk dem Feuer preis. Hellauf loderten dieFlammen, als von Sigismund die Botschaft kam, der Herzog habedem Kaiser reumütig gehuldigt und sich mit ihm ausgesöhnt. Die Eid-genossen sollten das Eroberte wieder herausgeben, dessen weigerten siesich aber. Sigismund, der immer sehr geldbedürftig war, gab sich dannmit einer Entschädigungssumme zufrieden. Die Werner bezahltenfür ihren Anteil 5000 Gulden. Was Bern, Zürich und Lnzernallein erobert hatten, behielten sie auch für sich allein. Alles übrigewurde gemeine Herrschaft, d. h. gemeinsam verwaltetes Unter-tanengebiet. Die Freiämter kamen unter 7 Orte zu stehen (Bernwar nicht dabei), die Grafschaft Baden unter alle 8 Orte. Nie-mand sprach davon, dem Aargan die Freiheit zu geben. Die Aar-gauer hatten nur den Herrn gewechselt. Eidgenössische Amtslente,die alle 2 Jahre wechselten, regierten über die gemeinen Vogteien.Sie legten Rechnung ab vor den eidgenössischen Boten, wenn sie zuTagsatzungen zusammenkamen.

).. . . . Den schönsten Zuwachs an Gebiet hatte wiederum

s 5. Der Münster- ^ Bern erlangt Solches erfüllte die Bürger mit Stolz^ und Freude. Sie wollten in keiner Weise zurück-stehen hinter andern Reichsstädten, mit denen sie befreundet waren. MancherBerner hatte die mächtigen Dome gesehen in deutschen oder welschenStädten. Sie fühlten, daß ihrer Stadt etwas fehle, der Schmuck einesschonen und großen Münsters. Da beschloß der Rat im Jahr 1420,nachdem er kurz vorher ein neues Rathaus hatte bauen lassen, anStelle der bisherigen Leutkirche auch ein Münster zu errichten. Erberief den deutschen Meister Matthäus Ensinger nach Bern. Derentwarf den Plan. Der Grundstein wurde den 11. März 1421 gelegt.Das Berner Münster hat eine lange Bauzeit gehabt. Erst seit 1896erhebt sich der fertig erstellte Turm hoch über der Stadt als ein Denk-mal frommen und kraftvollen Bürgersinnes.