I. Verbündete und Untertanen.
119
2<:Das Walkis Das grüßte Alpental der Schweiz teilte sich, wie heute: verbindet sich mit : uoch, in einen deutschen und einen romanischen Teil.
: den Eidgenossen- : I'" erstern war der Bischof der Herr des Landes,
. . . . ^ im letzter« der Graf von Savoyen. Die Zehnten
des Oberwallis entwickelten sich mehr und mehr zu kleinen Republikenmit eigenen Talvorstehern und Laudsgemeindeu. Sie hielten treu zumBischof gegenüber dem Grafen von Savoyen, der an dem Adel des Talsseine Stütze hatte. Auch die Walliser hatten ihre Freiheitskümpfe zu be-stehen. Im Jahr >388 schickte der Graf ein großes Heer ins Oberwallis,um dieses einzunehmen. Die tapfern Walliser schlugen ihre Feinde beiVisp in die Flucht. Das war ihr Freiheitssieg. Bald suchten auchdie Walliser einen festen Rückhalt an den Eidgenossen. Im Jahr 1403schlössen der Bischof und die Landleute der obern Zehnten ihren erstenBund mit Uri, Unterm alden und Luzeru. Leider entbrannte1419 eine böse Fehde zwischen den Oberwallissern und Bernern. Mankämpfte auf der schneeigen Hohe des Lotscheupasses. Berner gingen überden Sanetsch und steckten Sitten in Brand, während eine andere Scharhoch oben im Rhonetal bei St. Ulrichen von Wallisern überfallen undzur Grimsel zurückgetrieben wurde. Die andern Eidgenossen vermitteltenund halfen den Frieden herstellen. Walliser und Berner schlössen dannVerträge miteinander zur Sicherung der Gebirgspässe, aufdenen viel Kaufmannsgut von der Lombardei über das Wallis insBernbiet kam (Grimsel- und Lutschen-, Albrun- und Griespaß).
Längst hatten sich die Urner mit den Talleuten: von Ursereu eng verbündet. Sie bewachten ge-meinsam den Gotthardverkehr. Nur dannhatten sie ihn in sicherer Gewalt, wenn sie auchden Südfuß, das Livineutal, besaßen. Das Tessin gehörte zumHerzogtum Mailand. In einer Zeit d.er Wirren im herzoglichen Hausedrang eine Schar Urner und Uuterwaldner keck über den Gotthard. Siehielten das Livinental eine Zeitlang in Besitz. Sie wollten aber nochmehr haben und riefen auch die andern Eidgenossen ins Feld. Diesesollten ihnen helfen, Belleuz zu erobern, damit sie auch den Schlüsseldes Livinentals in ihrer Hand hätten. Doch nahm das Unternehmenein schlimmes Ende. Bellenz war fest und von einer mailändischenÜbermacht besetzt. Diese überfiel das Heer der Eidgenossen. So tapfersie auch stritten, bei Arbedo wurden sie 1422 blutig zurückgeschlagen.Sieben Schiffe voll waren die Luzerner beim Auszug nach Flüelcn ge-fahren; auf nur zweien kehrten sie heim. Erst vor 1440 kam dasLivineutal dauernd in den Besitz der Urner.
Bergt. Keseb. 2. Bd. S. 2-r4 „Der Bestich König Ligmnnds in Bern". 3. Bd. 2. 2üö „DasMünsrer".
7. Die Hidgenosscnversuchen, sich imSüden festzusetzen.