Buch 
Bilder aus der Welt- und Schweizergeschichte : zur Lust und Lehr der Jugend / Jakob Grunder, Hans Brugger
Entstehung
Seite
128
JPEG-Download
 

128

Geschichte der Eidgenossenschaft im 15. Jahrhundert.

Amtmann. Er brachte die Sache Vvr den Rat. Hier erhob sich nunein langer, hitziger Redekampf zwischen den Twingherren, deren vor-nehmste Niklaus von Dießbach und Adrian von Bubenberg waren,und den Verteidigern der Stadtrechte. Letztere waren in der Mehrheit.Sie erhoben Kistler zum Schultheißen der Stadt. Er erneuerte, um dieAdligen zu ärgern, ein altes Kleidermandat, u. a. ein Verbot, beimKirchgang mit den Abzeichen des Adels zu prunken. Die Frauen solltenkeine Schleppen und die Junker keine Schnabelschuhe tragen. Da be-gaben sich die adligen Familien auf ihre Landsitze hinaus und wolltenauch bei Wintersanfang nicht in die Stadt zurückkehren. Nun beklagtensich viele Handwerker, daß sie um ihren Verdienst gekommen seien. Eserschienen eidgenössische Boten, welche mit Erfolg vermittelten.Die Twingherren gaben nach. Sie sahen ein, der Adel habe die Stadtnotwendiger, als die Stadt den Adel. Sie behielten ihre Einkünfte alsGrundherren und die niedern Gerichte. Die hohen Ge-richte, das Recht der Besteuerung und des Heerbanns behauptetedie Stadt. Diese brachte nach und nach durch Kauf alle Twingherr-schaften an sich. So stellte sie die Einheit in der Verwaltung des Lan-des her.

Aarl -er Aühne und -ie Li-genossen.

IV. Hörspiele des Wurgunderkriegs.

...."""c Dauphin, der die Armagnaken gegen die

- ^"nig Ludwig Xl. : Schweizer angeführt hatte, kam auf den Thronj .... Frankreichs (1463). Er nannte sich Ludwig XI.Den Tag von St. Jakob hat er nie mehr vergessen können. Er wünschte,die Helden, die er dort liegen sah, wären noch lebendig und hülfen ihmwider die Feinde der Krone Frankreichs. Kaum war er König geworderi,so schloß er mit den Eidgenossen einen Freundschaftsbund. Mitihnen hatte er einen ganz besondern Plan. Er war einer der schlaustenFürsten, die es je gegeben hat. Mit dem gemeinen Mann verkehrteer vertraulich. Freundlich bewies er sich den Städtern. Sie halfenihm, die stolzen Adelsherreu seines Landes dem Königtum Untertan zumachen. Er beugte den Hvchadel unter seine Hand. Nur einer bliebnoch aufrecht, der mächtigste von allen, der Herzog von Burgund.

Von der Rhone bis zur Mündung des Rheinsr. Kerzag Karl der Kühne. , .. .. -V ^

Seine Macht undseine H'läne.

: dehnten sich die Länder, über welche Herzog: Karl wie ein selbständiger Fürst regierte.Neben dem eigentlichen Herzogtum Bur-

gund mit der Hauptstadt Dijvn besaß er die burgundische Freigraf-schast, von wo die Schweizer ihr meistes Salz bezogen. Es waren