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Bilder aus der Welt- und Schweizergeschichte : zur Lust und Lehr der Jugend / Jakob Grunder, Hans Brugger
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Geschichte der Eidgenossenschaft im 15. Jahrhundert.

glaubte er, die Eidgenossen wurden an diesem Tage nicht mehr an-greifen. Vergeblich warnte ihn der mailändische Gesandte, er möchtedoch nicht so sorglos sein. Karl hörte selten aus guten Rat. So kamdas Verderben jählings über ihn. Mit Absicht verzögerten die eidgenös-sischen Hauptleute den Angriff. Vorsichtig ordneten sie ihre Scharennach den Weisungen des vielerfahrenen Wilhelm Herter vonStraßbnrg. Die Vorhut, 5000 Berner, Schwyzer und Freiburger,führte Hans von Hallwil. Die Reiterei, auf beide Flügel verteilt,begleitete sie. Die Spießträger und Hellebardiere des Gewalt-hansens befehligten Hans Waldmann und Haßfurter vonLuzern. Um Mittag, als eben die Sonne das Regcngeivvlk durch-brach, traten die Eidgenossen aus dem Wald bei Salvenach insFreie. Mit Macht stürmten sie gegen den Grünhag. Die burgundi-schen Geschütze donnerten ihnen entgegen. Die Kugeln rissen breiteLücken in ihre Reihen. Doch ließen sich die Eidgenossen nicht langeaufhalten. Die Schwyzer umgingen den Grünhag lind griffen vonder Seite an. Der Hag wurde zu Boden gedrückt, der Graben inerneutem Ansturm überschritten. In fester Ordnung, unwiderstehlichwie mit Natnrgewalt, rückte der Gewalthanfe vom Hügel nieder zurTalmulde, wo die Hauptmasse der Burgunder lagerte. In ungeord-neter Eile griffen diese wieder zu den Waffen; aber mit grimmerSpeerwucht warfen die Eidgenossen alles vor sich nieder. Weder dieburgundische Reiterei, noch die englischen Bogenschützen hielten Stand.Das Fußvolk des Herzogs fand gar nicht Zeit, sich zu sammeln.Er selber entging der Gefangennahme nur durch eilige Flucht. Inder Richtung gegen Avenches jagte er davon, verfolgt von denReisigen des eidgenössischen Heeres. Bubenberg machte mit denSeinen einen Ausfall. Die Masse der Burgunder wurde westlichvom Städtchen in den See hinaus gedrängt, wo diese Mordschlachtvon Murten ihr schauerliches Ende nahm. Der Sieg war diesmalganz entscheidend. Der Herzog verlor 10,000 Mann; die Eidgenossenbetrauerten etwa 500 Gefallene. Es war der größte Freiheits-sieg, den die Eidgenossen je zusammen erfochten. Sie hatten ihrenHerd wohl verteidigt und ihr Vaterland gerettet vor der Willküreiner fremden Fürstenmacht. Die Bente war diesmal gering im Ver-gleich mit der von Grandsvn. Mit Freuden zogen die Eidgenossennach Hause lind ließen auf Hügeln und Bergen die Siegesfenerlodern. Als Gedenkfeier des Sieges halten die Murtener alljährlich